Ich wollte gestern eigentlich schön gemütlich zum Flugplatzfest nach Höxter fliegen. Der Wetterbericht sagte nichts Gutes voraus. Starke Winde zwischen 15 und 25 Knoten und eine riesige Schauerfront aus Süden richtung Nord-Osten ziehend, könnten dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung machen. Egal. Wetter geholt, Flugplanung online durchgeführt und erstmal ab zum Flugplatz. Am Flugplatz habe ich unter einigen anderen Mitstreitern auch Klaus getroffen, der ebenfalls nach Höxter wollte.

Wir sind also erstmal zur Tankstelle getaxelt und haben uns telefonisch nochmal über das Wetter am Zielflugplatz informiert. Leichter Wind mit Nieselregen sollte dort vorherrschen. Also nicht unbedingt so, dass man direkt unten bleiben müsste. Kurz nach dem Start bin ich um die Stadt Oerlinghausen in Richtung Osten gen Höxter gedreht. 145 km/h IAS und nur 97 km/h GS ließen ziemlich starken Wind vermuten. Naja, wir sind trotzdem weitergeflogen. Kurz vor Detmold fing es dann stärker an zu tropfeln. Die Sichtverhältnisse ließen aufgrund des Regens und sinkender Wolkenuntergrenze nach.

Über Detmold entschied ich mich dazu wieder umzukehren, denn man weiß erstens nicht, ob man bis Höxter durchkommt und zweitens, wenn man wirklich dort ankommen sollte, wie die Verhältnisse bei einem möglichen Rückflug sind. Wir sind mit insgesamt drei Flugzeugen gestartet. In Oerlinghausen kamen innerhalb von wenigen Minuten alle drei Flugzeuge wieder runter. Ich als zweiter, Klaus einige Minuten später auch.

Vermutlich wäre man durchgekommen, aber erstens lohnt es sich nicht wirklich und zweitens riskiert man wie oben schon gesagt, dass man in Höxter festsitzen könnte. Mal schauen, wie sich das Wetter heute noch hält. Ich hätte nichts gegen einen zweiten Versuch :)

Gestern habe ich mal wieder einen Flug unternommen, der bei etwas rauherem Wetter stattfand. Erst wollte ich gar nicht fliegen, aber mir juckte es in den Fingern. Der GAFOR Bericht sagte eigentlich weniger Gutes voraus. In niedrigen Höhen um 1.500 ft MSL sollen schon 25kt, in Böen bis zu 35kt Wind vorherrschen. Ein Blick auf den Windsack in Oerlinghausen ließ bezüglich der Windgeschwindigkeiten aber auf örtlich besseres Wetter hoffen. Also Flugzeug (C42) reserviert und ab zum Flugplatz.

Meine Freundin war mal wieder mit von der Partie. Einige Fliegerkollegen waren zwar am Platz, ließen die Flugzeuge aufgrund der Turbulenzen aber in den Hallen stehen. Ich habe mich trotzdem dazu entschlossen zu fliegen. Gerade in der Zukunft (z.B. als Fluglehrer) sollte man sich mit solchen Wettersituationen und frischen Winden gut auskennen und sicher fühlen. Also ging es nach dem Tanken los über die Piste 04 zu einem lokalen Rundflug. Der Funk in Oerlinghausen ist mittlerweile übrigens wesentlich professioneller. Man bekommt jetzt nicht nur noch eine Pistennummer, sondern Piste, QNH und Wind geliefert. Aber das nur mal am Rande…

Kaum abgehoben meinte uns eine Böe direkt und knallhart erwischen zu müssen. Diese drückte uns vertikal abwärts in Richtung Piste und horizontal nach rechts von der Piste. Ein wenig Seitenruder und Höhenruder beruhigten die Situation, während meine Freundin den Abflug mit stehen gebliebenen Herzen und reichlich Schmetterlingen im Bauch erlebte. Ich habe das ehrlich gesagt nicht so deutlich wahrgenommen, obwohl man schon reges Wackeln wahrnehmen konnte. Kaum in der Luft, war das Wetter natürlich ruhiger. Klar hat es hier und da auch schonmal ordentlich gewackelt, aber jenseits des Teutoburger Wald wehte der Wind kontinuierlich aus Südwest.

Nach einer Zeit entschlossen wir uns nicht zuletzt aufgrund der Öffnungszeiten des Flugplatzes wieder zur Landung zurückzukehren. Jetzt wurde es tricky. Bei Südwestwind bekommt man so einiges zu spüren. Die Turbulenzen im kurzen Endanflug und über der Schwelle waren erheblich. Aber ich hatte es im Griff. Lediglich die Landung war leicht schiebend. Da hat uns der Seitenwind mit rund 15kt kurz vor dem Touchdown noch mal ordentlich von der Centerline geschoben, sodass ich etwa einen oder zwei Meter daneben aufsetzte.

Das Gute ist, dass man jetzt wieder weiß, dass man auch bei bockigem Wetter gut klarkommt. Trotzdem habe ich mir vorgenommen das in nächster Zeit öfter zu üben und zu verinnerlichen. Vielleicht drehe ich demnächst einfach mal ein paar Platzrunden in Höxter. Da hat man eigentlich immer Seitenwind, wie man am Namen des Restaurants leicht vermuten kann – Crosswind.

Naja, als kritisch kann man es nicht unbedingt bezeichnen. Gegenüber dem was ich eigentlich vor hatte aber schon :) Ich wollte einfach nur mal eine Runde durch die Gegend gurken und mir wieder einmal die Nachbarorte von oben anschauen. Als ich dann zum Flugplatz kam, gab es gleich die erste Überraschung, die ich schon beinahe wieder vergessen hatte. Eine niegelnagelneue Ikarus C42 schmückt die Halle am Oerlinghauser Flugplatz. Im Gegensatz zur „Alten“ ist das Tuch nicht nikotingelb sondern eher schneeweiß. Auch die Aluminiumteile glänzen ohne jegliche Korrosionsschäden um die Wette. Ein feiner Anblick. Muss man schon sagen…

Die C42 gehört demjenigen, der mir damals auch das Fliegen beigebracht hat – prinzipiell also der Flugschule Senne. Er hat mir natürlich sofort angeboten die Runde mit der neuen C42 zu drehen. Da ich zudem noch Solo los wollte, fragte er mich, ob ich ihn nicht mitnehmen kann. An dieser Stelle fiel die Entscheidung darüber wie viel Stress ich heute bei dem Flug um den Brei haben werde. Davon wusste ich nur nichts – noch nicht.

Also sind wir erstmal richtung Bielefeld geflogen um dort mit den ersten Überziehübungen zu starten. Die Theorie war mir nicht zuletzt aufgrund des Fluglehrerlehrgangs natürlich noch im Kopf. Es ist prinzipiell schon im Hirn eingebrannt, dass man im überzogenen Zustand mit dem Seitenruder korrigiert und das Querruder schön Querruder sein lässt. Leichter gesagt als getan. Ich kann an dieser Stelle jedem nur empfehlen öfter mal mit einem Fluglehrer in ein Flugzeug zu steigen als es das Gesetz vorschreibt (-> eine Stunde pro 24 Monate). Man hält es gar nicht für möglich, dass man in einer Extremsituation unbewusst falsche Reflexe hervorruft obwohl man genau weiß, dass es falsch ist. Man erinnere sich an meine Flugsimulatorkrankheit. Ihr wisst schon: Das Rühren mit dem Knüppel.

Es war in jedem Fall so, dass ich das Flugzeug in den überzogenen Flugzustand gebracht habe und dann tatsächlich reflexartig winzige bis mäßige Ausgleichbewegungen mit dem Querruder gemacht habe. Obwohl ich genau weiß, dass die ausgleichenden Bewegungen unbedingt mit dem Seitenruder erfolgen müssen. Denn in niedriger Höhe bei einem wirklichen Strömungsabriss kann das der letzte Flug gewesen sein wenn man falsch reagiert. Von einer Landung mal abgesehen. Ich werde das demnächst sicher öfter machen.

Der Flug sollte natürlich nicht mit einer normalen Landung enden. Wäre ja viel zu einfach. Also schnell auf 3.000 ft geschraubt, zentral über den Flugplatz geflogen und zack Triebwerk aus. Nun galt es vorerst mal Höhe durch einige Vollkreise abzubauen um dann im kurzen rechten Gegen-, Quer- und Endanflug die Piste 22 anzuvisieren. Auch das war mir eine Lehre. Natürlich im positiven Sinne, denn ich hätte schon nach einem, spätestens zwei Vollkreisen zur Piste fliegen wollen. Letztendlich haben wir ganz locker drei oder vier Vollkreise drehen können und mussten im kurzen Endteil trotzdem noch rund 700 ft Höhe durch kräftiges Slippen plattmachen.

Das war wirklich mal wieder ein interessanter und erfahrungsreicher Flug. Ich kann euch allen wirklich nur ans Herz legen ruhig mal alle 6 Monate mit einem Fluglehrer zu üben. Mit durchschnittlich 30 Stunden pro Jahr seid ihr zwar gut im Training und bekommt sicher sauber Landungen hin – Extremsituationen stehen im Gegensatz dazu aber auf einem ganz anderen Blatt Papier.

So, da kam doch glatt der Wisch der Begierde ins Haus geflattert. Es ist nun offiziell und mir kann es keiner mehr wegnehmen. Ich darf also jetzt Theorieunterricht für – achtung jetzt kommts – aerodynamisch gesteuerte und gewichtskraftgesteuerte ULs geben. Interessante Sache. Aber gut. In der Theorie gibt es da ja nicht so viele Unterschiede, wobei das gewichtskraftgesteuerte UL natürlich ganz anders gesteuert wird. Ich denke aber nicht, dass ich jemals in diesen Bereich schwenken werde. Obwohl man ja niemals nie sagen sollte ;)

geschafft: Fluglehrer (Theorie)

verfasst am 22. April 20092 Kommentare

Heute war es so weit. Nach insgesamt 4 Tagen Lehrgang, welcher übrigens entgegen der Erwartungen knallhart von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr (im Schnitt eher 19:00 Uhr) durchgezogen wurde, haben wir einiges lernen können. Nicht nur die Vertiefung der Theorie, besonders im Bereich Meteorologie, stand auf dem Programm, sondern auch die Erarbeitung interessanter Unterrichtseinheiten in Hinblick auf die Methodik und Didaktik. Ich persönlich habe in den vier Tagen zwei Lehrproben zur Übung, eine Lehrprobe als Generalprobe und heute eben die Lehrprobe, die als Prüfung bewertet wurde, abgelegt.

Mein Thema war heute das Venturi-Rohr, welches sich z.B. im Vergaser befindet bzw. sogar ein primitiver Vergaser an sich ist. Man kann das Venturi-Rohr natürlich auch zur Abnahme des Staudrucks für Kreiselinstrumente o.ä. verwenden. Aber Kreiselinstrumente trifft man im UL eher seltener an. Das Urteil war kurz aber deutlich: „Das war ein gut aufbereitetes Unterrichtsbeispiel…“. Damit hatte ich bestanden. Ich darf also ab jetzt offiziell Theorieunterricht erteilen.

Ein gutes Gefühl. Es war ganz ehrlich aber auch ein kleines Stückchen arbeit. Aber Spaß bemacht hat es auf jeden Fall. An dieser Stelle natürlich die besten Grüße an unsere „Dozenten“ Mike und Olli, sowie den anderen Jungs: Henry, Walter, Dominic, Michael alias „Lufraum Gleitschirm“, Erich, Peter, Michael, Reinhard und last, but not least Stefan…

War zwar eine kurze aber dafür sehr lustige Zeit :)

Wie geht es jetzt weiter?
Es ist leider immernoch so, dass ich einige Flugstunden sammeln muss und dadurch nicht nahtlos den Praxislehrgang anschließen kann. Diese gilt es jetzt „abzufliegen“. Ich will das ganze natürlich nicht übers Knie brechen, da eine solche Stunde dafür einfach viel zu teuer ist. Auf der anderen Seite haben sich nicht zuletzt durch den Fluglehrerlehrgang u.a. einige gute (Charter-)Angebote ergeben, sodass ich hoffe die Flugstundenfrequenz in der nächsten Zeit deutlich erhöhen zu können. Das Ziel, welches ich mir selbst gesetzt habe, ist den praktischen Fluglehrerlehrgang spätestens im Frühjahr oder Sommer 2010 anzutreten. Sollte das ganze dieses Jahr noch irgendwie hinhauen, werde ich es natürlih so schnell wie möglich machen :)

Zwischendurch werde ich noch das BZF I machen, um die weiteren Voraussetzungen zu erfüllen. Entgegen der Informationen auf der Internetseite des zuständigen Verbands ist es übrigens so, dass man das BZF zum Lehren der Theorie nicht benötigt. Das BZF wird eigentlich erst ab dem Zeitpunkt benötigt, ab dem die Fluglehrerlizenz in den Schein eingetragen wird. Prinzipiell wird es so gehandhabt, dass der Nachweis passend zum praktischen Lehrgang gefordert wird.

Wie ich früher schon erwähnt habe, steht für mich in diesen Tagen der Fluglehrerlehrgang Theorie für das Ultraleichtfliegen an. Der Lehrgang findet im etwa 100km entfernten Kassel-Calden statt und begann mit einer Auswahlprüfung. Diese Auswahlprüfung hat sich im Verfahren geändert. Während es früher noch die ganz normale theoretische Ultraleicht Prüfung in Form von Multiple Choice Fragen war, ist das heute nicht mehr so. Die Prüfung ist ab sofort komplett schriftlich, also in Lang- bzw. Textform abzulegen. Es wurden insgesamt ca. 120 Fragen gestellt.

Das heißt, dass ihr Theoriefragen auf den Tisch gelegt bekommt und sich direkt unter der Frage eine oder zwei Linien zur Beantwortung befinden. Ziel des ganzen ist es das Niveau der Kurse etwas anzuheben und nicht nur das mögliche Auswendiglernen der Multiple Choice Fragen abzufragen, sondern wirklich zu prüfen, ob der angehende Fluglehrer das Prinzip einer Sache verstanden hat. Natürlich wurde dadurch erheblich ausgesiebt. Die Durchfallquote lag bei mehr als 50%. Es sind insgesamt 20 Leute angetreten, acht sind letztendlich in die nächste Runde, also in den Lehrgang gekommen.

Mehr zum Lehrgang werde ich nach Abschluss des ganzen erzählen. Details zur Prüfung werde ich nicht herausrücken. Was ich sagen kann ist, dass ihr euch natürlich nach wie vor mit dem offiziellen Fragenkatalog vorbereiten könnt, ihr zum Bestehen der Prüfung aber sichergehen müsst, dass ihr den Zusammenhang auch verstanden habt. Auskunft gibt es dann sicher beim zuständigen Verband.

FK9 fliegen in Höxter

verfasst am 11. April 20092 Kommentare

Dass ich relativ viele Leute aus dem UL Forum treffe und obendrein noch einen Flug mit der FK9 machen würde, hätte ich nicht gedacht, als ich am Karfreitag mit meiner Freundin kurz nach Mittag von Oerlinghausen richtung Höxter startete. Bei dem Wetter ist gehört ein Besuch auf der schönen Flugplatzterrasse zum Pflichtprogramm. Der Hinflug bei leicht thermischen verhältnissen lieferte uns Steigraten von 5 m/s ohne den Anstellwinkel großartig zu vergrößern, war aber mit ca. 40 km/h Gegenwind leicht ruppig. Aber das sollte kein Problem sein, denn ich hatte mir nach drei Monaten Breezer fliegen mal wieder die C42 genommen. Den Weg nach Höxter kennt mittlerweile sogar meine Freundin auswendig ^^

Die Landung in Höxter war unkompliziert. Der Wind stand mit rund 7 kt direkt auf der Piste 14, sodass man via Köterberg direkt über den langen Endanflug anfliegen konnte. Im kurzen Endanflug wird man wie gewohnt gut durchgewirbelt. Fliegt man anfangs etwas höher an und slippt am Ende, bekommt man davon jedoch nur die Ausläufer zu spüren. Die Landung in Höxter verlief 1A, was man von der späteren Landung in Oerlinghausen nicht unbedingt behaupten kann. In jedem Fall habe ich den Flieger abgestellt und bin gen Terrasse gegangen. Da hörte ich schon ein „Hallo Markus….“ von der Terrasse rufen. Nach kurzem Blick stellte sich heraus, dass Armin mit kompletter Höxteraner Kombo dort den Nachmittag verbrachte. Mit einem auf dem Tisch stehenden Funkgerät bekommt man sogar alle An- und Abflüge gut mit.

Nach einer Zeit landete dann Patrick mit dem noch jungen „Flugschüler“ Christopher (im Forum eher bekannt als flyingchristopher) in seiner nagelneuen FK9 (siehe Bild). flyingchristopher war übrigens auch der junge Mann, der beim letzten Mal im Turm saß. Ich war nur mal wieder zu blind ihn zu erkennen :) Naja, in jedem Fall bin ich direkt auf das Vorfeld gegangen, um mir den Flieger mal anzusehen. Man muss wirklich sagen, das die FK9 aerodynamisch gesehen vorbildlich verarbeitet ist. Auch die Flugeigenschaften erinnern wenig an die eines UL. „Die fliegt man eigentlich wie eine Cessna…“, so der stolze Besitzer Patrick, den ich übrigens am kommenden Wochenende beim Fluglehrerlehrgang sehen werde.

Es ist wirklich interessant. Es reicht völlig aus das Flugzeug genau auszutrimmen und dann lediglich mit der Geschwindigkeit, also der Motorleistung zu „steuern“. Besonders im Anflug ist es eine ganz andere Situation als beim Fliegen mit „normalen“ ULs wie der C42 oder dem Breezer. Sobald man die Geschwindigkeit unter 110 km/h senkt, baut die FK9 entsprechend gut Höhe ab. Ansonsten wird es schwierig das „Ding“ runterzubringen, da die Anflüge einfach zu hoch wären. In Punkto Geschwindigkeit lässt sich sagen, dass die FK9 ein wirklich schneller Vogel ist. Durch die aerodynamisch hervorragende Verarbeitung spürt man darüber hinaus kaum Böen oder Luftbewegungen. Der Flieger liegt äußerst stabil in der Luft und Geschwindigkeiten von 220 km/h sind ein Kinderspiel.

Nach zwei Überflügen und einem Touch-and-Go ging es wieder auf den Rückflug. Mit ordentlich Rückenwind und rund 180 km/h GS (für die C42 ist das gut) ging es schnell wieder nach Oerlinghausen. Dort wurde die Piste auf die 04 geändert. Der Anflug verlief erstmal astrein. Am Ende war ich jedoch noch deutlich zu hoch, was ich allerdings durch extremes Slippen ausgleichen konnte. Als ich aus dem Slippen in die normale Fluglage zurückging, erwischte uns eine Böe und drückte uns 5 bis 6 Meter von der Centerline nach links. Um das auszugleichen, musste ein größerer Tritt ins rechte Seitenruder her. Wieder auf der Centerline ausgerichtet habe ich etwas zu hoch abgefangen, sodass die C42 aus etwa einem Meter auf die Piste fiel. Da muss ich noch ein wenig dran arbeiten, denn der Blickwinkel ist aus dem Breezer völlig anders und den war ich zu sehr gewohnt. Es ist also wirklich besser öfter mal die Flugzeuge zu wechseln. Man merkt doch zweifelsohne wie wichtig regelmäßiges Training mit jedem Flugzeugtyp ist.

Trotzdem war es alles in allem ein guter Flugtag mit interessanten Eindrücken und vielen Leuten. An dieser Stelle einen Gruß an die gesamte Kombo am Flugplatz Höxter, besonders an Armin, Christopher und Patrick…

Vor rund 13 Monaten habe ich meine Ultraleicht Theorieprüfung mit etwa 98,5% bestanden. Der Prüfer bezeichnete das ganze damals als „glatten Durchmarsch“. Ich hatte die Prüfung in etwa einer Stunde und 45 Minuten (Zeitvorgabe: max 3:30 Stunden) durchgezogen. Da ich mir als nächstes Ziel bekanntlich die Ausbildung zum Fluglehrer gesetzt habe, bin ich momentan dabei exakt gleiches Szenario erneut durchzuspielen und die Prüfung mit allen etwa 1.000 Fragen zu simulieren. Dabei bemerkt man zugegebenermaßen doch, dass man ganz schön aus der Übung gerät:

Fach vor 13 Monaten Simulation heute
Flugfunk 100,00% 95,97%
Luftrecht 97,50% 95,10%
Navigation: 98,75% 90,00%
Meteorologie: 97,50% 91,86%
Technik: 100,00% 86,50%
Verhalten in besonderen Fällen: 97,50% 91,84%
Gesamt: 98,54% (bestanden) 91,87% (bestanden)

Ich freue mich zwar, dass ich die Prüfung nach rund einem Jahr immer noch bestehen würde, das Ergebnis stellt mich jedoch noch nicht ganz zufrieden. Gerade das Ergebnis im Bereich Technik passt mir überhaupt nicht. Aber ich habe ja noch zwei Wochen Zeit um meine Defizite auszumerzen und die Lücken wieder zu füllen. Bei dem herrlichen Wetter muss ich mich am Wochenende aber auf jeden Fall mal wieder ins Flugzeug setzen. Kann ja nicht angehen, dass alle anderen Fliegen und ich zu Hause lernen muss :-(

Naja, was sein muss, muss sein. Ich kann es jedem nur ans Herz legen sich z.B. in einer Schlechtwetterphase mal  wieder mit der Theorie auseinanderzusetzen. Man kann sich tatsächlich blendend an einige Dinge erinnern, während man bei anderen Fragen ganz schön auf dem Schlauch steht. Es wird euch nicht schaden, sondern dient in erster Linie der Sicherheit eurer Fliegerkameraden und darüber hinaus natürlich auch eurer eigenen Sicherheit und die des jeweils daneben sitzenden Passagiers…

Da das Wetter laut dem am Samstag vorliegendem Flugwetterbericht schon wieder schlechter werden soll (man siehe aus dem Fenster), habe ich mich dazu entschlossen das ganze noch schnell auszunutzen, meine Freundin einzupacken und mit dem Breezer endlich mal wieder zur Lieblings-Destination Höxter (EDVI) zu cruisen. Das Wetter konnte kaum besser sein. Der GAFOR-Bericht sagte für den südwestlichen Teil des Bereich Nord lediglich 5kt Wind aus 260 voraus. Auf GND hat das sicherlich gepasst, oben (rund 2.500ft) dürften es aufgrund der stark unterschiedlichen Zeit von Hin- und Rückflug etwas mehr gewesen sein.

Nachdem ich den Flieger aus der Halle gezogen habe und einen Blick in das Logbuch warf, bemerkte ich dass der Breezer seit rund einer Woche am Boden stand (schlechtes Wetter). Da schaut man schonmal etwas gründlicher hin als wenn die Maschine vor fünf Minuten oben war und lässt sich wie immer genügend Zeit für den Vorflugcheck. Nachdem dieser erfolgreich abgehandelt war, waren wir „ready to taxi“ und nahmen Kontakt mit Oerlinghausen Info auf. Die Piste 22 war in Betrieb, der Bodenwind nicht unbedingt nennenswert. Also sind wir bis etwa 100 Meter vor den Haltepunkt der Piste 22 getaxelt, wo noch zwei andere Flugzeuge auf eine freie Piste warteten. Bei Segelflugbetrieb muss man öfter mal die eine oder andere Minute „Verspätung“ einkalkulieren. Denn wenn ein Segelflieger startet, haben wir (leider) zu warten. Piloten, die jetzt ein Flugzeug mit Betriebsstundenzähler ohne Anschluss an den Gesamtdruck gechartert haben, müssen für die Segelfliegerstarts nicht nur Zeit, sondern bei geschätzten 5 Minuten Wartezeit je nach Fluggerät auch noch zwischen 8 und 10 Euro blechen ^^

Naja, nach 5 bis 6 Minuten waren wir dann auch an der Reihe und konnten Vollgas geben. Nach wenigen Dutzend Metern hoben wir ab und folgten vorerst der Platzrunde bis über den Teutoburger Wald um dann weiter Höhe aufzubauen und via Detmold und rechts von Schieder in Richtung Köterberg zu fliegen. Auf Höhe Marienmünster habe ich das erste mal Kontakt mit Höxter Info aufgenommen. Der Turm war diesmal von einem jungen Mann besetzt, der das Funken aber sehr gut beherrschte und uns mit der entsprechenden Piste (Piste 32) und den aktuellen Windverhältnissen versorgte. Auch meine „Extrawurst“ über die südwestliche Platzrunde einfliegen zu dürfen wurde mir positiv bestätigt. Das hat den Vorteil, dass man aus westlicher Richtung kommend nicht noch extra den Ort Albaxen nördlich des Platzes umfliegen muss, sondern direkt straight ahead in den linken Gegenanflug nördlich von Brenkenhausen fliegen kann.

Aufgrund der gewohnt turbulenten Verhältnisse im Anflug auf die 32, bin ich etwas höher als sonst in den linken Queranflug geflogen und habe erst im Endanflug ordentlich Höhe durch das Setzen der Klappen und leerlaufendem Triebwerk „kaputt“ gemacht. Nach einem Glas Cola auf der Terasse des mit fast allen Sitzplätzen belegten Flughafenrestaurant „Crosswind“ ging es VFR zurück nach Oerlinghausen. Auch der Rückflug gestaltete sich, nachdem wir vom Turm ein nettes „Wiedersehen“ als letzten Funkspruch empfangen haben, problemlos. Leider blendete die bereits tief stehende Sonne ein wenig, sodass man nach vorn heraus nicht die beste Sicht hatte.

Da die Platzrunde in EDLO scheinbar etwas voll war, flog ich diesmal weitläufiger an. Es ging vorerst nördlich an Asemissen vorbei um dann über Bielefeld-Hillegossen der A2 in Richtung Sennestadt zu folgen. Über Hillegossen holte ich mir die nötigen Infos per Funk und kündigte unsere Landung an. Über dem Teutoburger Wald drehte ich aus nördlicher Richtung kommend nach links in den rechten Queranflug zur Piste 22 und leitete die Landung ein. Nachdem ich die Geschwindigkeit auf rund 110 – 115 km/h reduzierte, setze ich die Klappen in die zweite Stufe und das Triebwerk in den Leerlauf. Im Endanflug hieß es dann wieder „Flaps full“ und ganz locker eingleiten. Die Nase musste etwas in den Wind gestellt werden und schon setzten wir butterweich und direkt nach der Schwelle sicher auf der Piste 22 auf. Ein schöner Flugtag ging mal wieder viel zu schnell zu Ende.

Zu früh gefreut. Denn leider scheint gute Frühlingslaune, welche man am Freitag und Samstag am Flugplatz in Oerlinghausen deutlich verspürte, noch nicht anzuhalten. Trotzdem war ich wieder mal ein wenig über GND unterwegs.

Nicht nur die Sonne kam heraus, auch die ganzen Segelflieger zogen am Freitag und Samstag ihre Flieger aus dem Hangar. Es wurde schon wieder etwas voller auf dem Platz. Der Winter scheint langsam aber sicher vorbeizugehen. Leider regnet es hier und da noch viel zu lange. Trotzdem waren am Freitag wie auch Samstag wie gesagt einige Slots mit guten Wetterbedingungen vorhanden, welche man natürlich nach so langer Regenphase direkt ausnutzen muss. Also ab in die Luft.

Am Freitag war es ein Rundflug mit meiner Freundin. Bei besten Bedingungen mit leichtem Seitenwind flogen wir unseren Rundflug und erfreuten uns an dem Wetter. Samstag war es ähnlich, nur turbulenter. Ein Freund hat sich kurzfristig zum Mitflug angemeldet. Bei diesem Rundflug sollte man schon die Front, die aus nordwestlicher Richtung auf Deutschland und somit auch EDLO zurollte, bereits spüren. Neben ein wenig Termik waren es teilweise sehr turbulente Wetterverhältnisse auf bestimmten Höhen. Wir wurden ganz gut durchgeschüttelt, sodass man endlich mal nicht nur wie auf Schienen flog, sondern das Fliegen wieder spüren konnte.

Besonders über dem Kamm des Teutoburger Wald in Richtung Bielefeld und Osnabrück bekam man die Verhältnisse deutlich zu spüren. Auch die Sonnenbrille war an dem Tag fast ein absolutes Muss. Oben blendete es teilweise doch sehr stark, stellenweise verstärkt durch eine etwas diesige Umgebung. Trotzdem fand mein Fluggast den Flug entsprechend amüsant. Zur Ausbildung konnte ich ihn zwar (noch) nicht überreden, grundlegendes Interesse ist aber schon da. Da sich der gute Mann allerdings neben dem Hauptberuf noch mitten in der Ausbildung zum Techniker befindet wäre ein Flugschein evtl. etwas zu viel des Guten. „Wir sprechen uns in einem Jahr“ sicherte er zu :)

Auch bei der Landung wurden wir entsprechend über dem Teutoburger Wald durchgeschüttelt. Außerdem muss man gerade jetzt auf die Segelfliger acht geben, da die absolut keinen Schmerz damit haben, sich in drekter Nähe des Quer- und Endanflugs auf kleinen Thermikblasen hochzuschrauben. Aber ein wenig Verkehr macht die ganze Sache schließlich wesentlich interessanter. Ich freue mich schon, wenn in den Frühlings- und Sommermonaten wieder ordentlich was los ist.