Gut Ding will Weile haben…

verfasst am 19. November 2010

Da ich mich schon lange nicht mehr in diesem Blog zu meinem Werdegang geäußert habe, dachten sicherlich schon einige daran, dass ich das Hobby Ultraleichtfliegen bzw. den Berufswunsch des Fluglehrers an den Nagel gehängt hätte. Das geht zumindest aus den zahlreichen Zuschriften hervor. Ich habe ehrlich gesagt nicht einmal den Gedanken daran verschwendet das Vorhaben jemals aufzugeben. Ich habe im letzten Jahr stets darauf hingearbeitet und viele Gespräche mit potentiellen Investoren, Flugplatzbetreibern und Verbänden geführt. Teilweise hat man über ein halbes Jahr aneinander vorbeigeredet und sich missverstanden. Um Missverständnisse dieser Art aus dem Weg zu räumen, sollte man ruhig Dritte in die Kommunikation integrieren, die das Thema und den Ablauf von außen bewerten und die Interessen wieder zueinanderbringen können. Das konnte in der letzten Woche durch einen Freund und Mitarbeiter der UL Abteilung des DAeC geschehen. Derjenige, der hier gemeint ist, wird Bescheid wissen. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal recht herzlich für die tolle Unterstützung bedanken.

Zu meiner Geschichte: Ich habe damals meine ehemalige Flugschule, nach der Möglichkeit gefragt, meine Assistenzzeit dort abzuhalten. Schließlich war es die Schule meines Vertrauens, die Schule, die mich nicht nur ausgebildet, sondern auch maßgeblich dazu motiviert hat, die Fluglehrerausbildung überhaupt an die Pilotenausbildung anzuhängen. Der Weg zum Einstieg in die Schule schien damals bereits geebnet, als ich für wenige Einheiten den Theorieunterricht für die Flugschüler gegeben habe. Doch weit gefehlt. Dort wollte man mich bzw. einen Fluglehrer-Assistenten plötzlich gar nicht mehr haben. Der eigentliche Plan, irgendwann in dieser Flugschule als Fluglehrer mitzuwirken, war durchkreuzt. Zeit umzudenken. Durch die Pilotencommunity ulForum.de konnte ich viele neue Bekanntschaften und Netzwerke in der Branche knüpfen, die mich stets weiter nach vorne gebracht haben. Es ist ein Geben und Nehmen, zu welchem leider nur wenige bereit sind. Ich bin definitiv jemand, der nicht nur nimmt, sondern auch gibt. Dadurch ergaben sich Freundschaften und Partnerschaften, die nun tatsächlich dazu führen, dass eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten hergestellt wird.

Zurück zu demjenigen, der mir die Unterstützung gegeben hat (siehe oben). Ihm habe ich zu verdanken, dass der durch ein Missverständnis dieser Art bereits abgebrochene Kontakt, prompt wiederhergestellt wurde. Plötzlich öffneten sich Türen und Tore zu denen man im letzten Jahr vergeblich den Schlüssel gesucht und nicht gefunden hat. Es gibt nun eine klare Marschrichtung. Im nächsten Jahr werde ich definitiv als Fluglehrer durchstarten. Bislang scheiterte dieses Vorhaben, wie oben bereits gesagt, vor allem an mangelnder oder mangelhafter Kommunikation und fehlender Flugschule. Demnach musste ich die Sache selbst in die Hand nehmen. Ein Ausbildungsort bzw. ein geeigneter Flugplatz, welcher a) mit meinem Vorhaben einverstanden ist und b) nicht zu weit weg von meinem Wohnort liegt, sodass ich in Zukunft meine Flugschüler dort begrüßen und ausbilden darf, musste akquiriert werden. Wenn man auf eigene Faust Fluglehrer werden möchte, sind auch Flugzeuge einer dieser obligatorischen Nebenaspekte, die es schlicht und einfach zu erfüllen gilt. Denn ohne Flugzeug keine Flugschule, ohne Flugschule kein Fluglehrer und so weiter und so fort. Das alles konnte ich nun klären. Die Zusagen liegen quasi auf dem Tisch, Details müssen jedoch noch besprochen werden. Dazu mehr in den nächsten Tagen und Wochen.

Ich will noch nicht zu viel verraten, da mein Vorhaben noch nicht detailliert durchgesprochen ist. Fakt ist, dass es zwei Interessenten gibt, die mich gerne als Fluglehrer in deren bestehenden Flugschule begrüßen würden. Das Konstrukt ist einfach wie genial. Ein Auftraggeber stellt mir ein Flugzeug, wodurch ich natürlich äußerst flexibel bin. Dieses Flugzeug darf sowohl für die Schulung beim Auftraggeber selbst, als auch für die Schulung in der anderen Sache verwendet werden. Das heißt auf gut Deutsch, dass ich plötzlich selbständiger Fluglehrer bin, der über ein „eigenes“ Flugzeug verfügt, jederzeit auf drei weitere Flugzeuge unterschiedlichen Typs zugreifen kann und eventuell sogar noch ein fünftes least – letzteres jedoch nicht allein. Zusammenfassend bleibt daher zu sagen, dass das Risiko minimal ist, die Motivation höher wie nie zuvor und das Konzept so sauber durchdacht, dass sich die Interessenten – ja, ich habe bereits welche – schon jetzt reihenweise zwecks Pilotenausbildung bei mir melden :)

Weitere Informationen und Details kann und will ich noch nicht verraten. Wie gesagt: Gut Ding will Weile haben. Es freut mich einfach sagen zu können, dass es nun endlich losgehen kann. Wer also Interesse an einer fundierten Ultraleichtausbildung mit interessantem und günstigem Konzept hat, darf sich gerne bei mir melden. Die E-Mail Adresse oder Handynummer findet ihr im Impressum dieser Seite. Neue Infos demnächst hier…

Da gibt man sich bei der Anfrage mal richtig mühe, bekundet sogar das Interesse (ernsthaft) an einer eventuellen Pilotenausbildung in deren Betrieb, bietet an weitere Informationen (Perso, Führungszeugnis, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde von Oma, etc.) zugänglich zu machen, verfasst quasi einen halben Roman und dann kommt per eMail sinngemäß und als Zweizeiler ein „Nö, das geht nicht“.

Naja, TUIFly. Das finde ich natürlich sehr schade. Ich habe mich schon total gefreut und hätte wirklich damit gerechnet, dass die mich da vorne mal mitfliegen, wenigstens für eine halbe Stunde o.ä. mal reinschauen lassen. Nicht zuletzt deswegen, weil ich denen alles über meine Person mitgeteilt hätte und ich mich mehr oder weniger auch zu einer Art internen ZÜP hinreissen lassen hätte.  Schade auch, dass nicht einmal eine vernünftige Begründung abgegeben wurde. Aber egal. In den Urlaub muss ich mit euch ja trotzdem noch fliegen. Leider aber wieder nur als PAX etwa zwischen Reihe 22 und 31 A bzw. F :)

Auf dem Jumpseat nach Gran Canaria

verfasst am 29. Juni 2008

Ich fliege im August diesen Jahres für eine Woche zur Erholung nach Gran Canaria und verbringe dort eine Woche mit Freundin und Freunden. Bekanntlich dauert so ein Flug von Düsseldorf nach Gran Canaria etwa 4 Stunden. Da kann im Extremfall (z.B. im Reiseflug) schonmal Langeweile aufkommen. Also habe ich einfach mal bei der jeweiligen Fluggesellschaft eine Anfrage gestellt ob es nicht möglich ist einen solchen Flug mal auf dem Jumpseat mitzumachen. Das wäre eigentlich das Beste was mir passieren könnte, da ich ja bekanntlich den Beruf Pilot immer noch im Hinterkopf mit mir herumtrage. Ein solcher Jumpseat-Flug würde es mir möglich machen den Piloten mal genau über die Schulter zu schauen und in den Pilotenalltag reinzuschnuppern.

Ich hoffe, dass ich von der Fluggesellschaft eine positive Antwort bekomme. Es ist sicherlich nicht einfach an so etwas ranzukommen und nicht zuletzt wegen dem 11. September einfach zu realisieren. Da ich aber selber seit diesem Jahr fliege und mich auch für die weitere Ausbildung interessiere (unter anderem auch bei der Gesellschaft), hoffe ich, dass die Verantwortlichen eventuell ein Auge zudrücken. Man darf gespannt sein. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden :)

That’s it. Ich bin Pilot :)

verfasst am 4. April 2008

Gestern Nachmittag bzw. Abend am 03.04.2008, nach etwa zwei Monaten Ausbildung war es so weit. Nachdem das Wetter aus seiner nahezu aussichtslosen Lage (M, X) doch noch aufklarte (D, O) ging es tatsächlich los zur praktischen Ultraleicht Prüfung. Es war alles ein bisschen stressig, da es zeitlich ziehmlich knapp bemessen war. Der Streckenflug der Prüfung ging von EDLO via EDVI nach EDVM (Hildesheim). Dort wurden dann noch einige Übungen geflogen, welche der Prüfer laut DULV abnehmen bzw. welche der Prüfling ohne Fehler bestehen musste und dann ging es auch schon direkt wieder zurück nach EDLO.

Der Inhalt der Prüfung ist genau vom DULV vorgegeben. Wie die Verfahren letztendlich angewandt werden ist sicherlich von jedem Prüfer abhängig, da dieser auch ein wenig Spielraum zur Abnahme der Prüfung hat. Bei mir war es so, dass ich nahezu genau das was auf dem Prüfprotokoll vom DULV stand, bewältigen musste.

Vorflugcheck, Windbeurteilung, Anlassen, Rollen, Starten, Steigflug, Platzrunde, Landung, ICAO Karte, Anflugkarten, Wetterberatung, Winddreieck, Terrestrische Navigation, Beachten der Sicherheitsmindesthöhen, Einhalten der Platzrundenvorschriften, Sicherheit in der Bedienung, Einhalten der Flugzeiten, navigatorische Sicherheit und drei Ziellandungen.

Das alles muss und wurde auch geprüft. Bei mir war letztendlich jeder Punkt mit „bestanden“ markiert. Die Landungen in Hildesheim habe ich übrigens alle bei etwa 20kt Wind mit ca. 17kt Seitenwindkomponente (laut Mann im Turm) gemeistert. Nach der ersten Ziellandung meinte der Prüfer schon „Jau, du hast das drauf, das sehe ich. Wir müssen aber trotzdem noch ein paar Landungen machen…“. Nach jeder weiteren Landung hielt mir der Prüfer immer nur seinen nach oben ausgestreckten Fliegerdaumen vors Gesicht. Das hat sogar Spaß gemacht und der Prüfer war auch total zufrieden. In der großen Platzrunde hatten wir sogar Zeit über eine mögliche weitere PPL-N Ausbildung zu sprechen, welche ich mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitnah nachlegen möchte.

Mit dem Mann im Turm habe ich dann auch noch ein lockeres Pläuschchen von 20 Minuten über die Fliegerei gehalten, während er mir eine handschriftliche Quittung auf einem weißen DIN-A4 Blatt ausstellte. Eine Verkettung von Zufällen (Quittungsblock war leer, Abrechnungssystem war abgestürzt, erster Tag des Manns) machten es dem Mann im Turm schwer. Aber auch der war super drauf und ist selbst PPL Inhaber. Hildesheim kann man echt empfehlen. Die Landungen kosten übrigens 5,00€ pro Stück für UL.

Als ich wieder zurück in EDLO war begann der ganze Papierkram. Mein Fluglehrer hatte das meiste zwar schon vorbereitet, aber es müssen doch schon einige Formulare zusammengesucht und Anträge gestellt werden. Wenn alles gut läuft, halte ich bis spätestens Mitte nächster Woche meine Lizenz in den Händen :)

Aber wie geht es jetzt weiter, fragte ich mich. Ich will ja schließlich Passagiere mitnehmen können und muss dafür eine weitere Berechtigung erlangen. Dazu brauche ich 5 weitere Überlandflüge zu fremden Plätzen, wovon ich mindestens 2 mit Lehrer absolvieren muss, die wiederum von mindestens 200km Länge inklusive Zwischenlandung sein müssen.

Los geht es mit den Solo Überlandflügen. Gerd fragte mich ob ich die nicht mit dem Breezer fliegen will. Klar will ich mit dem Breezer fliegen. Was für eine Frage :) Wir haben uns aber darauf geeinigt am Montag Nachmittag mit dem Breezer noch einige Platzrunden zu drehen, um im Handling noch etwas sicherer und vor allem vertrauter mit dem Flugzeug zu werden. Aber dann kann es endlich losgehen :)

EDIT: Die Prüfungsgebühr beträgt übrigens 80,00 Euro.

Pilotenausbildung in trockenen Tüchern

verfasst am 23. Januar 2008

Naja, so ganz stimmt das ja noch nicht, aber der Vertrag mit der Flugschule ist immerhin geschlossen. Ich bin mir doch relativ sicher die richtige Schule gewählt zu haben und habe den Ausbildungsvertrag zum Ultraleicht Pilot am Montag den 21.01.2008 unterschrieben. Damit ist der „Schnupperflug“ bereits Bestandteil meiner Ausbildung gewesen ;)
Die nächsten Hürden sind jetzt eher formaler Natur: Erklärung über schwebende Strafverfahren, polizeiliches Führungszeugnis beantragen, drei Passbilder machen, Personalausweis und Führerschein kopieren und eine Ausbildungsmeldung an den DULV übersenden.
Als letzten Schritt gibt es dann noch die ärztliche Untersuchung, durch die ich eigentlich problemlos durchkommen müsste. Das dadurch zu erwerbende fliegerische Tauglichkeitszeugnis der Klasse 2 muss spätestens zum ersten Solo (Alleinflug) vorliegen. Ende diesen Monats geht es bereits zum Augenarzt und Mitte nächsten Monats zum Fliegerarzt. Nach diesen ganzen Formalitäten werde ich also schon rund 185 Euro Nebenkosten beglichen haben.

Es kam natürlich alles anders

verfasst am 23. Januar 2008

Mein großer Traum ist es immer schon eine Ausbildung zum ATPL oder frozen ATPL bei einer Airline zu machen und später den Beruf Verkehrsflugzeugführer auszuüben. Meine erste (bewusste) Erfahrung machte ich übrigens im zarten Alter von etwa 4 oder 5 Jahren auf einer Lockheed L-1011 TriStar der LTU  (jetzt AirBerlin). Seitdem hielt ich an dem Traum vom Fliegen fest. Wie so oft im Leben, kam es natürlich alles ganz anders:
Leider habe ich nur ein Fachabitur, welches gleichzeitig „das Aus“ für die Lufthansa und Tuifly bedeutet, viel größeres Interesse hätte ich (aufgrund eigener Erfahrungen) ohnehin an AirBerlin gehabt. Leider verlangt diese Airline 400 Euro (!) nur für den Einstellungstest. Das ist zwar nichts im Gegensatz zum 60.000 Euro hohen Eigenanteil an der möglichen Ausbildung, aber für mich Grund genug die Bewerbung erstmal nicht abzuschicken.
Weiter im Lebenslauf: Also habe ich nach meinem Fachabitur die Bundeswehr besucht, danach eine Ausbildung zum ITSE bei einer Kreisverwaltung absolviert, bin dort mittlerweile Angestellter und habe nebenbei seit ca. 2003 eine eigene ganz gut laufende Internetagentur.
Flugerfahrung konnte ich demnach bisher leider nur als PAX, bzw. einmal auf einem Rundflug mit einer Rotax Falke über EDLO sammeln, bei dem ich kleine Rollübungen (in der Luft, nicht auf dem Taxiway) durchführen konnte. Des Weiteren habe ich lediglich Erfahrungen mit dem MS FlightSimulator (7, 8, 9 und 10) sowie einem Segelflugsimulator auf C64 (!), das ist aber schon Jahre her, sammeln können.

Ultraleicht-Pilot.de geht online ;)

verfasst am 23. Januar 2008

In diesem Blog möchte ich gerne über meine Ausbildung zum Ultraleicht Pilot und die Erfahrungen, die ich während der Ausbildung mache berichten. Ich hoffe Interessenten einen Einblick geben zu können, eine Möglichkeit zu bieten sich mit anderen austauschen zu können, evtl. neue Bekanntschaften und Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen, die ich in der Pilotenausbilung machen werde, weiterzugeben.

In dem Sinne happy blogging und seit kurzem auch happy landings ;)