Wie ihr alle wisst, war oder bin ich dabei eine eigene Ultraleicht Flugschule auf die Beine zu stellen. Ich habe ziemlich lange dafür geplant, den DAeC mit ins Boot geholt und wollte wirklich alles richtig machen. Sogar eine eigene Website (siehe Link oben) habe ich ins Internet gestellt. Diese startete mit einem Gewinnspiel, durch welches man einen von zwei Schnupperflüge gewinnen konnte. Kalkuliert war die Flugschule vorerst nebenberuflich mit etwa fünf Flugschülern pro Jahr. Das ganze sollte in Oerlinghausen unter dem Dach der Segelflugschule Oerlinghausen eingebettet werden. Die Kooperation sollte eine Win-Win-Situation für beide Parteien herstellen. Im Nachhinein bleibt wohl zu sagen, dass man im Vorhinein den Begriff “Win-Win-Situation” für beide Parteien hätte klar definieren sollen, sodass man sich über ein und dasselbe unterhält.

Der erste Vorschlag aus dem Hause der Segelflugschule Oerlinghausen hätte für mich geschäftlichen Suizid bedeutet. Es war unter dem Strich so, dass ich vor allem durch die Franchisegebühr so immense Kosten zu decken gehabt hätte, dass ich rein rechnerisch fünf Euro zu jeder Charterstunde und zehn Euro zu jeder Lehrerstunde hätte zusteuern müssen, um mit dem Preis konkurrenzfähig zu bleiben. Die Preise waren von meiner Warte aus ohnehin an die der Konkurrenz angelehnt, da ich weder Schwierigkeiten noch einen Preiskampf anzetteln wollte, sondern lediglich den Flugschülerüberschuss mit meiner Flugschule in Oerlinghausen auffangen wollte. Das war eine Sache, die ich in meinem Konzept immer sehr deutlich betont habe. Ich wollte den Markt nicht zerstören, sondern ergänzen und damit bereichern. Dass das nicht geht, wenn ich selbst als Lehrer draufzahlen muss, sobald ein Flugschüler in mein Flugzeug einsteigt, ist klar, wie Kloßbrühe. Nach der Aussage, ich solle doch einfach 140 anstatt 119 Euro für eine Lehrerstunde nehmen, sah ich mich gezwungen die geplante Kooperation vorzeitig zu beenden.

Daraufhin wurden die Verantwortlichen aus Oerlinghausen offen für ein Angebot auf Basis einer Umsatzbeteiligung. Ich solle mir Gedanken machen. Das habe ich. Zwei Wochen lang. Ich habe ein neues Konzept erstellt und bin mit meiner Rechnung so weit an das eigene Limit gegangen, dass sich das Angebot für mich gerade noch gelohnt hätte, gleichzeitig für die Segelflugschule Oerlinghausen aber äußerst attraktiv bleibt. Was am Ende dabei herausgekommen war, ist ja kein Geheimnis. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte von mir eine Provision bzw. Franchisegebühr in Höhe von 7,5 % bekommen und wäre gleichzeitig zu 99 % vom operativem UL Geschäft entbunden worden. Das ein oder andere Formular hätte hier und da sicherlich Mal gegengezeichnet werden müssen. Klar! Das ist allerdings Arbeit, die nun wirklich nicht weiter ins Gewicht fällt und locker mit dem Tagesgeschäft hätte abgedeckt werden können. Wer weiß, was eine solche Pilotenausbildung in etwa kostet, kann sich bei 7,5 % Beteiligung den Betrag von ca. 450 Euro pro Flugschüler selbst zusammendichten. Wie gesagt, hätte ich alles selbst organisiert: Papierkram, Theorieunterricht, praktischer Unterricht, Terminabsprachen, Website, Akquise, Marketing, Vercharterung, Wartung, Versicherung, ich habe sogar den eigenen Flieger mitgebracht und hätte die Unterstellung bezahlt, etc.. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte nicht einmal Kapital einbringen müssen. Als ich die E-Mail mit diesem Vorschlag in Absprache mit dem DAeC gen Oerlinghausen schickte, war für mich klar, dass “die” das Angebot gar nicht ausschlagen können. Man stelle sich nur mal vor, die Schule etabliert sich in drei bis fünf Jahren insoweit, dass man 25 Schüler pro Jahr, mit weiteren Lehrern evtl. sogar bis zu 40 Schüler pro Jahr durch die Ausbildung gebracht hätte. Für die Segelflugschule Oerlinghausen hätte das geheißen, dass man satte 11.250 Euro respektive 18.000 Euro Einnahmen aus dem Bereich Franchising zu verbuchen hätte. Einfach so. Quasi ohne etwas dafür tun zu müssen.

Naja, obwohl ich fest mit einer Zusage gerechnet hatte, wunderte es mich irgendwie nicht, als die Absage mit den Worten, dass die Umsetzung einer UL Flugschule mit diesem Konzept  “für uns nicht erfolgsversprechend” sei, eintrudelte. Auf der einen Seite konnte ich es kaum glauben, dass man eine solch potentielle Geldquelle, die null finanziellen Einsatz und null geschäftliches Risiko für die Segelflugschule Oerlinghausen bedeutet hätte, einfach mal ablehnt. Auf der anderen Seite konnte ich es schon glauben, da ich gerade in der Fliegerei sehr viele kuriose Dinge und auch komische Ansichten kennengelernt habe bzw. kennenlernen musste. Die Leute, die ich persönlich kennengelernt habe und auf die man sich in der Fliegerei verlassen kann, zähle ich heute, nach drei Jahren Flugerfahrung und einem Jahr davon als Fluglehrer, an einer Hand ab. Und da bleiben sogar noch Finger übrig. Dem einen passt es nicht, mit welchen Leuten man geschäftlich verkehrt, andere beschweren sich darüber, dass man offene Diskussionen im Ultraleicht Forum führt, obwohl diese ohnehin täglich an jeder Ecke geführt werden. Klar, auf dem Flugplatz diskutiert man natürlich mit vorgehaltener Hand, da man keinem ans Bein pinkeln will und umgekehrt auch eine trockene Hose behalten möchte. Worum es aber geht und wie es tatsächlich in der Fliegerei – vor allem in der UL Branche – aussieht, wissen auch die Verbände nur zu gut. Die leben sprichwörtlich ja auch nicht hinter’m Mond. Arbeitet man nicht zusammen, was auch heißt, dass man offen über die Probleme sprechen sollte, wird es nie eine Lösungen geben. Meine Devise war hinsichtlich dessen immer: Karten offen auf den Tisch und Butter bei die Fische!

Scheinbar kommt man genau mit diesem Motto nicht weit. Man muss seine eigene Suppe kochen. Würde mich heute jemand fragen, ob ich das Ganze, was ich in letzter Zeit in Richtung Fliegerei getan habe, nochmal machen würde, müsste ich es ganz klar verneinen. Ich wüsste derzeit nicht, was, vom reinen Fliegen als solches mal abgesehen, in der Fliegerei einen Mehrwert in punkto Freizeit und/oder Lebenqualität bringen würde. Und ich glaube, dass das der angeblich fehlende Nachwuchs, genauso sieht. Man hört die alten Hasen (hiermit will ich sicher nicht alle über einen Kamm scheren) an jeder Ecke darüber mosern, dass der Nachwuchs ausbleibe. Man wundert sich, was man denn noch alles tun soll, um die Jugend für die Fliegerei zu begeistern. Die Vereine haben damit Grund genug, um um die eigene Existenz zu bangen. Das ganze muss aber nicht zwangsläufig am fehlenden Nachwuchs liegen. Viel mehr liegt das Problem meiner Ansicht nach in den teilweise veralteten Strukturen, in welche der Nachwuchs nicht reinpasst. OK, genau genommen passt er rein. Man will aber irgendwie nicht, dass er reinpasst. Man will das Zepter scheinbar nicht aus der Hand geben. Was früher war, soll auch so bleiben. Veränderung? Nein Danke! Meine Erfahrungen diesbezüglich fingen schon damals in der Ausbildung an…

Während meiner Ausbildung wurde ich im Jahr 2008 bei einem meiner Solo-Streckenflüge am Flugplatz Osnabrück ganz besonders nett begrüßt, weil ich angeblich mit voller Absicht den Propellerstrahl in Richtung der Hallen gestellt hätte, obwohl ich die ganze Zeit auf der gelben Linie auf dem Taxiway parallel zu den Hallen unterwegs war. Bei dem Versuch zu erklären, dass ich doch regelkonform der Linien entlang gerollt sei, winkte man ab und murmelte sich einen zurecht. Die Betreuung über Funk (der etwas ältere Mann saß im Turm) gab es für den Abflug natürlich auch nicht mehr. Ich solle mir die Piste und den Wind doch bitte selber aussuchen. Nochmal zur Erinnerung: Ich war zu der Zeit Flugschüler und hatte das bei Kontaktaufnahme auch so mitgeteilt. Darüber hinaus könnte ich aus dem Stehgreif locker ein Dutzend weitere Stories mit oft dummen Bemerkungen besserwissender Kameraden erzählen. Es gab wirklich vieles, bei dem man völlig unverständlich angeeckt ist, weil sein Gegenüber scheinbar mit dem linken Fuß aufgestanden ist. Versucht man sich zu rechtfertigen, wird man als frech und respektlos bezeichnet, obwohl man eigentlich ganz klar im Recht ist. Aktuell ist es so, dass ich als junger Typ (ja, man darf mich als Nachwuchs bezeichnen) eine Flugschule gründen will, die scheinbar niemand haben will. Ich habe tatsächlich bei x Plätzen im Umkreis von 75 Kilometern nach der Möglichkeit bzgl. der Gründung einer Flugschule gefragt. Nicht ein einziger Platz (!), mal ausgenommen von Oerlinghausen, hatte ernsthaftes Interesse an meinem Konzept oder überhaupt der Beantwortung meiner Anfrage. Man wollte nicht einmal einen Blick in das wirklich vielversprechende Konzept werfen. Man wurde einfach mit Desinteresse und teilweise argumentfreien Ausreden abgelehnt.

Ich muss daher ganz ehrlich sagen: Wer nicht will, der hat schon und sollte sich daher auch nicht beschweren. Die “alten Hasen” haben es selber in der Hand. Sie sind in der Position der Entscheider und wundern sich immer noch über den fehlenden Nachwuchs, der meiner Meinung nach eigentlich da ist, schlichtweg aber keine Lust auf einen solchen Empfang hat. Daher kann ich diesen “Uns fehlt der Nachwuchs” Kram eigentlich nicht mehr hören. Wer nicht offen für Veränderungen, Bewegung und Neues ist, immernoch wert auf hunderte Jahre alte Tugenden setzt und nicht mit dem Zahn der Zeit geht, der wird auf seinem Flugplatz oder in seinem Verein unweigerlich ein großes Problem damit bekommen, Jugendliche zu akquirieren. Begeistern braucht man die nämlich nicht von der Fliegerei. Eine scheinbar fehlende Faszination am Fliegen gibt es nicht. Faszination ist ohne Zweifel da! Auch bei der Jugend! Auch bei mir! Ich bin sicherlich ein tolles Beispiel für diese Diskussion. Ich zähle mich auf der einen Seite zu 100 % zum Nachwuchs der Fliegerei. Ich habe auf der anderen Seite aber sicherlich auch alles in die Wege geleitet, um den Voraussetzungen für einen Einstieg mitzubringen. Ich komme mit fertigem Konzept, welches für den Franchisegeber kein Risiko und keine Investitionspflicht beinhaltet und werde als “nicht erfolgsversprechend” abgelehnt. Und wie geht es weiter? Aus Sicht der alten Hasen wundert man sich sicherlich schon wieder darüber, wo denn nun der Nachwuchs ist. Ja, wo ist er denn?

Er geht nach Höxter. Da das ganze in Oerlinghausen leider scheitern musste, werden mein Partner und ich ein ähnliches Konzept in Höxter umsetzen. Wie das en detail aussehen soll, bleibt noch zu besprechen. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir eine Art Pendlerangebot in das Konzept einbinden werden. Das heißt, dass wir zu unseren Schülern kommen und nicht umgekehrt. Demnach sind auch die bereits verlosten Schnupperflüge, sowie die bereits verkauften Rundflüge nicht in Gefahr. Diese bleiben selbstverständlich bestehen und werden bzw. können auch ganz normal ab Oerlinghausen durchgeführt werden. Alles weitere erfahrt ihr in Kürze auf diesem Blog.

Gut Ding will Weile haben…

verfasst am 19. November 2010

Da ich mich schon lange nicht mehr in diesem Blog zu meinem Werdegang geäußert habe, dachten sicherlich schon einige daran, dass ich das Hobby Ultraleichtfliegen bzw. den Berufswunsch des Fluglehrers an den Nagel gehängt hätte. Das geht zumindest aus den zahlreichen Zuschriften hervor. Ich habe ehrlich gesagt nicht einmal den Gedanken daran verschwendet das Vorhaben jemals aufzugeben. Ich habe im letzten Jahr stets darauf hingearbeitet und viele Gespräche mit potentiellen Investoren, Flugplatzbetreibern und Verbänden geführt. Teilweise hat man über ein halbes Jahr aneinander vorbeigeredet und sich missverstanden. Um Missverständnisse dieser Art aus dem Weg zu räumen, sollte man ruhig Dritte in die Kommunikation integrieren, die das Thema und den Ablauf von außen bewerten und die Interessen wieder zueinanderbringen können. Das konnte in der letzten Woche durch einen Freund und Mitarbeiter der UL Abteilung des DAeC geschehen. Derjenige, der hier gemeint ist, wird Bescheid wissen. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal recht herzlich für die tolle Unterstützung bedanken.

Zu meiner Geschichte: Ich habe damals meine ehemalige Flugschule, nach der Möglichkeit gefragt, meine Assistenzzeit dort abzuhalten. Schließlich war es die Schule meines Vertrauens, die Schule, die mich nicht nur ausgebildet, sondern auch maßgeblich dazu motiviert hat, die Fluglehrerausbildung überhaupt an die Pilotenausbildung anzuhängen. Der Weg zum Einstieg in die Schule schien damals bereits geebnet, als ich für wenige Einheiten den Theorieunterricht für die Flugschüler gegeben habe. Doch weit gefehlt. Dort wollte man mich bzw. einen Fluglehrer-Assistenten plötzlich gar nicht mehr haben. Der eigentliche Plan, irgendwann in dieser Flugschule als Fluglehrer mitzuwirken, war durchkreuzt. Zeit umzudenken. Durch die Pilotencommunity ulForum.de konnte ich viele neue Bekanntschaften und Netzwerke in der Branche knüpfen, die mich stets weiter nach vorne gebracht haben. Es ist ein Geben und Nehmen, zu welchem leider nur wenige bereit sind. Ich bin definitiv jemand, der nicht nur nimmt, sondern auch gibt. Dadurch ergaben sich Freundschaften und Partnerschaften, die nun tatsächlich dazu führen, dass eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten hergestellt wird.

Zurück zu demjenigen, der mir die Unterstützung gegeben hat (siehe oben). Ihm habe ich zu verdanken, dass der durch ein Missverständnis dieser Art bereits abgebrochene Kontakt, prompt wiederhergestellt wurde. Plötzlich öffneten sich Türen und Tore zu denen man im letzten Jahr vergeblich den Schlüssel gesucht und nicht gefunden hat. Es gibt nun eine klare Marschrichtung. Im nächsten Jahr werde ich definitiv als Fluglehrer durchstarten. Bislang scheiterte dieses Vorhaben, wie oben bereits gesagt, vor allem an mangelnder oder mangelhafter Kommunikation und fehlender Flugschule. Demnach musste ich die Sache selbst in die Hand nehmen. Ein Ausbildungsort bzw. ein geeigneter Flugplatz, welcher a) mit meinem Vorhaben einverstanden ist und b) nicht zu weit weg von meinem Wohnort liegt, sodass ich in Zukunft meine Flugschüler dort begrüßen und ausbilden darf, musste akquiriert werden. Wenn man auf eigene Faust Fluglehrer werden möchte, sind auch Flugzeuge einer dieser obligatorischen Nebenaspekte, die es schlicht und einfach zu erfüllen gilt. Denn ohne Flugzeug keine Flugschule, ohne Flugschule kein Fluglehrer und so weiter und so fort. Das alles konnte ich nun klären. Die Zusagen liegen quasi auf dem Tisch, Details müssen jedoch noch besprochen werden. Dazu mehr in den nächsten Tagen und Wochen.

Ich will noch nicht zu viel verraten, da mein Vorhaben noch nicht detailliert durchgesprochen ist. Fakt ist, dass es zwei Interessenten gibt, die mich gerne als Fluglehrer in deren bestehenden Flugschule begrüßen würden. Das Konstrukt ist einfach wie genial. Ein Auftraggeber stellt mir ein Flugzeug, wodurch ich natürlich äußerst flexibel bin. Dieses Flugzeug darf sowohl für die Schulung beim Auftraggeber selbst, als auch für die Schulung in der anderen Sache verwendet werden. Das heißt auf gut Deutsch, dass ich plötzlich selbständiger Fluglehrer bin, der über ein “eigenes” Flugzeug verfügt, jederzeit auf drei weitere Flugzeuge unterschiedlichen Typs zugreifen kann und eventuell sogar noch ein fünftes least – letzteres jedoch nicht allein. Zusammenfassend bleibt daher zu sagen, dass das Risiko minimal ist, die Motivation höher wie nie zuvor und das Konzept so sauber durchdacht, dass sich die Interessenten – ja, ich habe bereits welche – schon jetzt reihenweise zwecks Pilotenausbildung bei mir melden :)

Weitere Informationen und Details kann und will ich noch nicht verraten. Wie gesagt: Gut Ding will Weile haben. Es freut mich einfach sagen zu können, dass es nun endlich losgehen kann. Wer also Interesse an einer fundierten Ultraleichtausbildung mit interessantem und günstigem Konzept hat, darf sich gerne bei mir melden. Die E-Mail Adresse oder Handynummer findet ihr im Impressum dieser Seite. Neue Infos demnächst hier…

Die Assistenzzeit ist eine Zeit, in der es als frisch gebackener Fluglehrer-Assistent darum geht eine bestimmte Menge an Praxis gegenüber dem jeweiligen Verband nachzuweisen. Die Assistenzzeit wird in Fachkreisen auch Assi-Zeit genannt, wobei es bei mir mittlerweile eher als Absti-Zeit (Abstinenz) zu bezeichnen wäre.

Ich habe den Wisch (Nachweis für erfolgreich bestandene Fluglehrertheorie und -praxis) seit Ende April 2010 zu Hause liegen. Danach wurde es zeitlich etwas schwierig mit der Fliegerei, da – mal wieder – eine kleine berufliche Veränderung anstand, die ein wenig mehr Zeit als geplant in Anspruch nahm. Dieses “Wirr-Warr” dauert noch bis etwa Ende Juli oder Mitte August an. Dann kann ich mich jedoch endlich wieder mehr der Fliegerei widmen.

Wie oben bereits erwähnt, steht bei mir nur noch die Assi-Zeit an. Das heißt, dass ich bei einer Flugschule mindestens zwei verschiedene Schüler durch alle Abschnitte der Flugausbildung begleiten muss – quasi als Fluglehrer im Auftrag des jeweiligen Ausbildungsleiters tätig werde. Genau für diesen Zweck suche ich derzeit über ulForum.de nach einer Flugschule, die mir diese Zeit ermöglichen kann. Für die Zeit, die danach kommen wird, sind die meisten Weichen bereits gestellt. Es wird, nicht nur auf diesem Blog, viele Neuigkeiten geben. Aber dazu später mehr.

Ich freue mich über jedes erdenkliche Angebot und komme nach Möglichkeit auch gerne darauf zurück. Zwei Angebote habe ich via ulForum.de bereits erhalten. In dem einen Fall waren es jedoch rund 450, in dem anderen Fall mehr als 600 Kilometer Fahrtweg, die mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Trotzdem nochmal besten Dank an dieser Stelle. Es wäre also schön, wenn sich etwas aus der Nähe ergeben würde. Ach ja: Gegenleistungen erwarte ich übrigens keine.

So weit von mir. Sobald es etwas Neues gibt, berichte ich natürlich :)

Fluglehrer-Assistent

verfasst am 26. April 2010

Es ist geschafft. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Fluglehrer liegen hinter mir. Es fing damals mit einem theoretischen Fluglehrerlehrgang beim DULV an. Das war vor etwa einem Jahr. Den Lehrgang hatte ich damals relativ glatt bestanden. Mein Vorteil gegenüber anderen Teilnehmern war der, dass ich erst ein Jahr zuvor für die Theorie gepaukt hatte, da ich zu der Zeit ja schließlich selbst noch in der Pilotenausbildung steckte. Mir war der ganze “Kram” also noch präsent, sodass ich mich dazu entschlossen habe den Lehrgang nach nur 50 oder 60 Stunden Flugerfahrung einfach mal mitzumachen.

Da das alles ganz wunderbar hingehauen hat, schimpfe ich mich seit Anfang Mai 2009 daher Lehrer für UL-Theorie und durfte seitdem angehende Piloten theoretisch sowohl für aerodynamisch gesteuerte als auch gewichtskraftgesteuerte UL unterrichten. Das habe ich natürlich wahrgenommen und letztendlich schon die ein oder andere Unterrichtsstunde auf dem Buckel.

Danach kam eigentlich der schwierigste oder eher langwierigste Teil. Das Sammeln von Flugerfahrung. Ich hatte im Frühjahr 2009 wie gesagt erst rund 60 Flugstunden im Flugbuch stehen. Damit hatte ich leider keine Chance mich für eine Teilnahme am praktischen Lehrgang zu qualifizieren, denn dieser erfordert, neben dem Bestehen einer Auswahlprüfung, mindestens 150 Flugstunden Erfahrung.

Nicht zuletzt durch gute Kontakte über das Ultraleicht Forum machte man mir einige Angebote bezüglich des Langzeitcharterns von Ultraleichtflugzeugen. Ein Angebot überzeugte nicht nur mich, sondern auch denjenigen, der mir das Flugzeug (eine FK9) verchartert. Immerhin bestand mein Vorhaben darin gut 100 Stunden (!) zu fliegen – und zwar innerhalb eines Jahres. Das ganze klappte hervorragend und machte viel Spaß. Letztendlich möchte ich an dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Patrick Rudolph richten, der mir das problemlose Sammeln der 100 Stunden mit seinem Angebot möglich machte. Ohne ihn hätte ich vermutlich nicht mehr als 100 Stunden auf dem Konto.

Als auch das in trockenen Tüchern war, meldete ich mich beim DAeC als Interessent für einen praktischen Fluglehrerlehrgang. Dank der großen Hilfe von Hermann Hante und der Flexibilität des DAeC ermöglichte man mir die Teilnahme an einem praktischen Fluglehrerlehrgang, der direkt vor der Haustür, nämlich in Oerlinghausen, stattfand. Doch es kamen neue Probleme auf mich zu. Für die Teilnahme am Lehrgang verlangt der DAeC nicht nur 150 Flugstunden Erfahung und das Bestehen einer praktischen Auswahlprüfung, sondern auch das BZF (Flugfunkzeugnis). Das hatte ich nicht.

Da die Zeit drängte, lernte ich in Eigenregie die Theorie für das BZF und telefonierte mit dem ein oder anderen hilfsbereiten ulForum.de User, die mit mir jeweils einen An- und Abflug im Sprechfunk durchspielten. Das hat mir auf jeden Fall geholfen, teilweise sogar den Ar*** gerettet! Gut eine Woche später war ich stolzer Inhaber des BZF II. Nun gab es keine großen Hürden mehr. Die praktische Auswahlprüfung hatte ich bestanden, während des Lehrgangs die Prüfungsqualifikation erworben und letztendlich auch die praktische Prüfung bestanden. Nun bin ich sogenannter Fluglehrer-Assistent. Aber wie geht es nun weiter?

Als Fluglehrer-Assistent muss ich mich jetzt in einer Flugschule an der Ausbildung von mindestens zwei Flugschülern beteiligen und dabei jeden Ausbildungsschritt als Lehrer mindestens einmal nachweisen bzw. durchlaufen. Wenn ich das hinter mit habe, schicke ich den Nachweis zum entsprechenden Verband, in meinem Fall der DAeC, und ich bekommen den Zusatzeintrag Fluglehrer in meine Lizenz. In der kommenden Woche werde ich nun einige Gespräche führen müssen, denn ich brauche ja nun eine Flugschule, die mich als Fluglehrer-Assistent aufnimmt. Auch hier gab es bereits vorab das ein oder andere Angebot, wobei noch nichts in trockenen Tüchern ist. Wer also interesse hat: Meine eMail Adresse findet ihr im Impressum :)

Im Fluglehrerlehrgang war für mich natürlich hauptsächlich fliegen angesagt. Das Wetter war die ganze Woche sehr stabil, sodass man kaum Rücksicht darauf nehmen musste. Ziel des Lehrgangs war es die Flugzeuge ab sofort von rechts, also von dem Sitz des Fluglehrers aus zu fliegen, vor allem das methodische und didaktische Schulen zu erlernen und Notfallsituationen zu trainieren (Ziellandungen mit stehendem Triebwerk). Hierzu hat sich im Lehrgang auch gleich der passende Spruch verbreitet, den ich so vorher nie gehört hatte. Insider werden damit etwas anfangen können:

D-MXXX, mit stehender Latte im Slip…

Man musste während des Lehrgangs insgesamt fünf Ausbildungsstunden auf mindestens zwei verschiedenen Mustern nachweisen. Hinzu kamen etliche Landungen – die meisten mit stehender Latte. Ich habe die Ausbildung zum einen auf dem Breezer und zum anderen auf der Eurostar EV97 absolviert. Letztere Maschine bin ich übrigens nie zuvor geflogen. Da ich vorher nur die Muster Breezer, C42 und FK9 kannte, waren Dinge wie Fussspitzenbremsen und Verstellpropeller Neuland für mich. Aber damit kam ich recht schnell zurecht. Der Eurostar ist, trotz seiner großen und an ein Goldfischglas erinnernde Haube, äußerst schnell unterwegs und gleichermaßen gutmütig. Bei nur 4.800 Touren und 26 inch HG Ladedruck liegen gut und gerne 210 km/h an. Beim Breezer hat man mit gleicher Leistung “nur” etwas unter 200 km/h anliegen. Ein Verstellpropeller macht also tatsächlich einiges her, wobei eine solche Option für ein UL meiner Meinung nach einfach zu schwer ist.

Wie eingangs bereits gesagt lag das Hauptaugenmerk auf dem Erlernen des Schulen vom rechten Sitz aus und dem Trainieren diverser Notfallsituationen. Das Schulen bereitet mir keine großen Probleme. Die Flugzeuge lassen sich darüber hinaus problemlos von rechts steuern. Man hat die Instrumente zwar nicht voll im Blick, da diese auf der linken Seite angebracht sind, aber man kommt sehr gut zurecht. Interessant und am meisten Spaß haben eigentlich die Ziellandungen mit stehendem Triebwerk gemacht. Am Anfang musste man sich ein wenig auf die Flugeigenschaften ohne Antrieb einstellen, später hatte man das Szenario insofern verinnerlicht, dass das ganze schon aus dem Eff-Eff kam.

Am Ende des Lehrgangs stand die Abschlussprüfung auf dem Programm. Bei mit handelte es sich wieder lediglich um die Praxis, da ich die Theorie ja seit rund einem Jahr im Kasten habe. Der Prüfungsflug besteht in etwa aus dem Programm, wie man es in der Auswahlprüfung auch geflogen hat. Der Unterschied ist der, dass man nun selbst als angehender Fluglehrer auf der rechten Seite Platz nimmt und der Prüfer, links neben einem sitzend, in einigen Situationen den ahnungslosen Schüler simuliert. Letztendlich muss man jedoch sagen, dass selbst der Prüfungsflug Spaß gemacht hat.

Insgesamt gesehen war es eine super Woche mit einem tollen Ausbilder-Team aber auch sehr guten Piloten. Ich denke, dass man wieder einmal viel lernen konnte, interessante Geschichten gehört hat, neben und auch während der Fliegerei viel Spaß hatte und für die Zukunft einiges mitnehmen konnte. An dieser Stelle also nochmal ein herzliches Dankeschön an das Team des DAeC.

Übungsflug mit Fluglehrer

verfasst am 8. April 2010

Ich war in den letzten Tagen, Wochen und Monaten so dermaßen oft zum Fliegen in Höxter, dass es sich gestern wie das gefühlte hundertste Mal anfühlte. Der Flugplatz Höxter ist übrigens seit Ostern wieder für alle offen. Naja, in jedem Fall stand bei mir der Übungsflug mit Fluglehrer an, der alle 24 Monate nachgewiesen werden muss. Ich hatte für den Nachweis des Fluges genau bis heute Zeit – perfektes Timing also. Einer der in Höxter fliegenden Fluglehrer bot mir kürzlich an, den Flug mit ihm zu machen. Der gute Mann ist Inhaber der SPL, PPL, CPL, der vergleichbaren amerikanischen Lizenzen inkl. der Lehrberechtigungen für SPL und PPL, hat sämtliche Instrumenten- und Multiengineratings, nahezu alle erdenklichen Flugfunkzeugnisse und arbeitet hauptberuflich auch noch als Chirurg in der Position des Chefarzt in einer benachbarten Klinik. Profi. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

Mich kann es nur weiter bringen. Denn zum einen interessiere ich mich nach wie vor auch für das Motorfliegen sowie den Lizenzen und außerdem ist es nur von Vorteil sich auch mal die Meinung eines jenen einzuholen, mit dem man vorher noch nie unterwegs war. Da fällt das Feedback doch etwas objektiver aus. Wir flogen zu allererst raus nach Bad Pyrmont, schlängelten uns dann entlang des Schiedesee in Richtung Blomberger Flugplatz, um letztendlich noch das Hermannsdenkmal auf dem Kamm des Teutoburger Wald von oben zu betrachten. Durch recht starken Wind aus Ost bis Südost dauerte die Runde aus Richtung Höxter nur eine gute halbe Stunde. Zeit genug um einige Übungen einfließen zu lassen. Mir kann es nur recht sein, denn ich muss demnächst ohnehin eine Auswahlprüfung mit ähnlichen Übungen bestehen, um am Fluglehrerlehrgang teilnehmen zu dürfen.

Zuerst stand der Langsamflug mit rund 100 km/h an. Das ist prinzipiell nichts wildes. Ich setzte die Klappen der FK9 auf die erste Stufe und überflog Detmold in dieser Geschwindigkeit. Die Richtungsänderungen habe ich mit dem Seitenruder durchgeführt, den Knüppel gleichzeitig recht statisch gehalten, wobei ich einige Male drücken bzw. ziehen musste, um die Geschwindigkeit zu halten. Gleichzeitig hatten wir uns vorgenommen nicht mehr als 100ft an Höhe zu verlieren oder zu gewinnen. Das klappte ausgezeichnet und war keine große Schwierigkeit aber eine gute Übung.

Danach ging es weiter über ein unbewohntes Gebiet. Jetzt standen Stalls auf dem Programm. Dazu nahm ich das Gas komplett raus und zog am Knüppel was das Zeug hielt. Man sah, wie die Geschwindigkeit schnell abnahm. Unter etwa 85 bzw. 80 km/h (clean) wird die FK9 langsam weich. Man hält derweil die ganze Zeit den Knüppel gezogen, korrigiert mit dem Seitenruder die Richtung und wartet auf das Abkippen. Das Abkippen ist bei der FK9 jedoch so eine Sache. Wenn man das Abkippen nicht regelrecht provoziert, neigt die FK9 viel mehr dazu in einen Sackflug überzugehen. Sobald ich das bemerkt habe, gab ich Gas und ließ den Knüppel “kommen” bzw. drückte nach. Somit war schnell wieder Fahrt aufgenommen, Strömung lag an und der Stall war abgefangen. Ein oder zwei Mal haben wir das Abkippen über die linke Fläche dann doch noch erleben dürfen. Auch dieser Zustand lässt sich ähnlich wieder beheben.

Weiter ging es mit einigen Steilkurven links und rechts herum. Wir haben uns auch hier vorgenommen die Höhe mit einer Genauigkeit von mindestens 100ft zu halten. Auch das war kein Problem. Je steiler man die Kurve fliegt, desto schwieriger wird es natürlich die Höhe zu halten. Aber im Grunde kein Problem. Die “Kugel” blieb durch sanfte Seitenruderkorrekturen da wo sie hingehört – nämlich in der Mitte. Die Kurven waren demnach allesamt recht sauber geflogen. Der Höhenunterschied betrug während und nach den Vollkreisen maximal 50ft, wenn nicht sogar weniger. Ich war damit recht zufrieden.

Nachdem wir alle Übungen “abgearbeitet” haben und unser “Airwork” erledigt war, ging es weiter gen Höxter. Wir waren jedoch noch etwas früh dran, sodass wir vorerst noch einen kleinen “Verzögerungsausflug” Richtung Süden machten und später mit dem Umfliegen von Holzminden über den langen Queranflug zur Piste 14 anflogen und letztendlich auf dieser aufsetzten. An dem Tag genügte zur Landung das Austrimmen der Maschine gepaart mit dem Setzen der Klappen auf die erste Stufe, sodass man mit gemütlichen 110 km/h anflog. Der Wind kam ausnahmsweise mal nicht cross, sondern aus 150° bis 160° mit geschätzten 7 bis 9kt. Ehe es zurück nach Oerlinghausen ging, gab es noch ein wenig Smalltalk mit den “Kollegen”, den Eintrag des Fluglehrers in mein Flugbuch, welches mittlerweile mit knapp 147 Stunden gefüllt ist (juhuuuu, nur noch drei Stück :)), und schon war der Flugtag wieder zu Ende…

Naja, als kritisch kann man es nicht unbedingt bezeichnen. Gegenüber dem was ich eigentlich vor hatte aber schon :) Ich wollte einfach nur mal eine Runde durch die Gegend gurken und mir wieder einmal die Nachbarorte von oben anschauen. Als ich dann zum Flugplatz kam, gab es gleich die erste Überraschung, die ich schon beinahe wieder vergessen hatte. Eine niegelnagelneue Ikarus C42 schmückt die Halle am Oerlinghauser Flugplatz. Im Gegensatz zur “Alten” ist das Tuch nicht nikotingelb sondern eher schneeweiß. Auch die Aluminiumteile glänzen ohne jegliche Korrosionsschäden um die Wette. Ein feiner Anblick. Muss man schon sagen…

Die C42 gehört demjenigen, der mir damals auch das Fliegen beigebracht hat – prinzipiell also der Flugschule Senne. Er hat mir natürlich sofort angeboten die Runde mit der neuen C42 zu drehen. Da ich zudem noch Solo los wollte, fragte er mich, ob ich ihn nicht mitnehmen kann. An dieser Stelle fiel die Entscheidung darüber wie viel Stress ich heute bei dem Flug um den Brei haben werde. Davon wusste ich nur nichts – noch nicht.

Also sind wir erstmal richtung Bielefeld geflogen um dort mit den ersten Überziehübungen zu starten. Die Theorie war mir nicht zuletzt aufgrund des Fluglehrerlehrgangs natürlich noch im Kopf. Es ist prinzipiell schon im Hirn eingebrannt, dass man im überzogenen Zustand mit dem Seitenruder korrigiert und das Querruder schön Querruder sein lässt. Leichter gesagt als getan. Ich kann an dieser Stelle jedem nur empfehlen öfter mal mit einem Fluglehrer in ein Flugzeug zu steigen als es das Gesetz vorschreibt (-> eine Stunde pro 24 Monate). Man hält es gar nicht für möglich, dass man in einer Extremsituation unbewusst falsche Reflexe hervorruft obwohl man genau weiß, dass es falsch ist. Man erinnere sich an meine Flugsimulatorkrankheit. Ihr wisst schon: Das Rühren mit dem Knüppel.

Es war in jedem Fall so, dass ich das Flugzeug in den überzogenen Flugzustand gebracht habe und dann tatsächlich reflexartig winzige bis mäßige Ausgleichbewegungen mit dem Querruder gemacht habe. Obwohl ich genau weiß, dass die ausgleichenden Bewegungen unbedingt mit dem Seitenruder erfolgen müssen. Denn in niedriger Höhe bei einem wirklichen Strömungsabriss kann das der letzte Flug gewesen sein wenn man falsch reagiert. Von einer Landung mal abgesehen. Ich werde das demnächst sicher öfter machen.

Der Flug sollte natürlich nicht mit einer normalen Landung enden. Wäre ja viel zu einfach. Also schnell auf 3.000 ft geschraubt, zentral über den Flugplatz geflogen und zack Triebwerk aus. Nun galt es vorerst mal Höhe durch einige Vollkreise abzubauen um dann im kurzen rechten Gegen-, Quer- und Endanflug die Piste 22 anzuvisieren. Auch das war mir eine Lehre. Natürlich im positiven Sinne, denn ich hätte schon nach einem, spätestens zwei Vollkreisen zur Piste fliegen wollen. Letztendlich haben wir ganz locker drei oder vier Vollkreise drehen können und mussten im kurzen Endteil trotzdem noch rund 700 ft Höhe durch kräftiges Slippen plattmachen.

Das war wirklich mal wieder ein interessanter und erfahrungsreicher Flug. Ich kann euch allen wirklich nur ans Herz legen ruhig mal alle 6 Monate mit einem Fluglehrer zu üben. Mit durchschnittlich 30 Stunden pro Jahr seid ihr zwar gut im Training und bekommt sicher sauber Landungen hin – Extremsituationen stehen im Gegensatz dazu aber auf einem ganz anderen Blatt Papier.

So, da kam doch glatt der Wisch der Begierde ins Haus geflattert. Es ist nun offiziell und mir kann es keiner mehr wegnehmen. Ich darf also jetzt Theorieunterricht für – achtung jetzt kommts – aerodynamisch gesteuerte und gewichtskraftgesteuerte ULs geben. Interessante Sache. Aber gut. In der Theorie gibt es da ja nicht so viele Unterschiede, wobei das gewichtskraftgesteuerte UL natürlich ganz anders gesteuert wird. Ich denke aber nicht, dass ich jemals in diesen Bereich schwenken werde. Obwohl man ja niemals nie sagen sollte ;)

geschafft: Fluglehrer (Theorie)

verfasst am 22. April 2009

Heute war es so weit. Nach insgesamt 4 Tagen Lehrgang, welcher übrigens entgegen der Erwartungen knallhart von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr (im Schnitt eher 19:00 Uhr) durchgezogen wurde, haben wir einiges lernen können. Nicht nur die Vertiefung der Theorie, besonders im Bereich Meteorologie, stand auf dem Programm, sondern auch die Erarbeitung interessanter Unterrichtseinheiten in Hinblick auf die Methodik und Didaktik. Ich persönlich habe in den vier Tagen zwei Lehrproben zur Übung, eine Lehrprobe als Generalprobe und heute eben die Lehrprobe, die als Prüfung bewertet wurde, abgelegt.

Mein Thema war heute das Venturi-Rohr, welches sich z.B. im Vergaser befindet bzw. sogar ein primitiver Vergaser an sich ist. Man kann das Venturi-Rohr natürlich auch zur Abnahme des Staudrucks für Kreiselinstrumente o.ä. verwenden. Aber Kreiselinstrumente trifft man im UL eher seltener an. Das Urteil war kurz aber deutlich: “Das war ein gut aufbereitetes Unterrichtsbeispiel…”. Damit hatte ich bestanden. Ich darf also ab jetzt offiziell Theorieunterricht erteilen.

Ein gutes Gefühl. Es war ganz ehrlich aber auch ein kleines Stückchen arbeit. Aber Spaß bemacht hat es auf jeden Fall. An dieser Stelle natürlich die besten Grüße an unsere “Dozenten” Mike und Olli, sowie den anderen Jungs: Henry, Walter, Dominic, Michael alias “Lufraum Gleitschirm”, Erich, Peter, Michael, Reinhard und last, but not least Stefan…

War zwar eine kurze aber dafür sehr lustige Zeit :)

Wie geht es jetzt weiter?
Es ist leider immernoch so, dass ich einige Flugstunden sammeln muss und dadurch nicht nahtlos den Praxislehrgang anschließen kann. Diese gilt es jetzt “abzufliegen”. Ich will das ganze natürlich nicht übers Knie brechen, da eine solche Stunde dafür einfach viel zu teuer ist. Auf der anderen Seite haben sich nicht zuletzt durch den Fluglehrerlehrgang u.a. einige gute (Charter-)Angebote ergeben, sodass ich hoffe die Flugstundenfrequenz in der nächsten Zeit deutlich erhöhen zu können. Das Ziel, welches ich mir selbst gesetzt habe, ist den praktischen Fluglehrerlehrgang spätestens im Frühjahr oder Sommer 2010 anzutreten. Sollte das ganze dieses Jahr noch irgendwie hinhauen, werde ich es natürlih so schnell wie möglich machen :)

Zwischendurch werde ich noch das BZF I machen, um die weiteren Voraussetzungen zu erfüllen. Entgegen der Informationen auf der Internetseite des zuständigen Verbands ist es übrigens so, dass man das BZF zum Lehren der Theorie nicht benötigt. Das BZF wird eigentlich erst ab dem Zeitpunkt benötigt, ab dem die Fluglehrerlizenz in den Schein eingetragen wird. Prinzipiell wird es so gehandhabt, dass der Nachweis passend zum praktischen Lehrgang gefordert wird.

Ich bin zwar in den letzten Wochen hier und da mal oben gewesen, hatte jedoch keine Zeit auch nur einen Satz darüber zu schreiben. Momentan aktualisiere ich die Websoftware für meine Kunden, welche mir aufgrund dessen temporär die Bude (eMails, Anfragen, Telefonate, bla bla bla…) einrennen. Diesen Schritt werde ich Ende dieser Woche endlich abschliessen können, sodass wieder mehr Zeit für das Hobby, welches vielleicht doch noch mal zum Beruf werden soll, zur Verfügung steht.

Mitte April werde ich an einem Fluglehrerlehrgang (Theoriekurs) teilnehmen und den ersten Grundstein zur weiteren Ausbildung setzen. Es wird auch langsam Zeit, dass es wieder voran geht. Denn nur durch stumpfes Umherfliegen allein, wird der Wissensdurst nicht gestillt. Aus diesem Grund habe ich mir ein paar Meilensteine gesetzt, die ich in diesem Jahr zu erreichen versuche.

Der erste Meilenstein ist wie gesagt der Theorieteil der Fluglehrerausbildung. Ich denke, dass ich die Theorie noch einigermaßen beherrsche und diese ab dem nächsten Monat (März) wieder ordentlich auffrischen werde. Gleichzeitig werde ich mir vermutlich eine weiterführende Lektüre anschaffen, um mir etwas mehr Theorie als vielleicht nötig anzueignen. Schaden kann das nicht. Auf diese Weise kann ich meine Theoriekenntnisse zum einen sogar vertiefen und zum anderen hinsichtliche weiterer Ausbildungen im Vorhinein erweitern.

Irgendwann in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten (?) werde ich zusätzlich einen Kurs zur Erlangung des BZF belegen. Zum einen braucht man das BZF, um kontrollierte Plätze anfliegen zu dürfen und zum anderen ist mein Englisch sogar etwas mehr als Smalltalk-Tauglich, sodass ich auch gleich das BZF I machen kann. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Nebenbei heißt es natürlich nach wie vor fliegen, fliegen, fliegen, denn die 150 Stunden Hürde ist noch vor dem zweiten Teil des Fluglehrerlehrgangs (Praktisch) zu nehmen. Eine zeitliche Deadline habe ich mir dafür nicht wirklich gesetzt. Sollte ich die Ausbildung zum FI dieses Jahr noch abschließen können, freue ich mich natürlich sehr. Sollte es erst Anfang nächsten Jahres klappen, dann ist es eben so. Es kommt wie es kommt. Lieber ist mir natürlich das ganze dieses Jahr durchzuziehen…

Des Weiteren habe ich vor zusätzlich auf den PPL-N upzugraden, wobei ich hier auch das 2.000 kg Classrating direkt mitnehmen würde, um auch mal “schwere” Flugzeuge fliegen zu dürfen. Das Gute bei dieser nationalen Geschichte ist, dass man die Stunden (SPL und PPL-N) meines Wissens nach gegenseitig anrechnen kann, somit der Lizenzerhalt nicht erheblich teurer ist. Der Überprüfungsflug muss hingegen immer in der jeweiligen Klasse erfolgen. Den PPL-N würde ich nur aus Spaß an der Freude, (vorerst) ohne weiteren (beruflichen) Hintergrund absolvieren wollen. Dieses Ziel ist jedoch klar an zweiter Stelle und ohne zeitlichen Hintergrund gesetzt. Mal sehen wann Zeit und Geld übrig bleibt :)