Wie ihr alle wisst, war oder bin ich dabei eine eigene Ultraleicht Flugschule auf die Beine zu stellen. Ich habe ziemlich lange dafür geplant, den DAeC mit ins Boot geholt und wollte wirklich alles richtig machen. Sogar eine eigene Website (siehe Link oben) habe ich ins Internet gestellt. Diese startete mit einem Gewinnspiel, durch welches man einen von zwei Schnupperflüge gewinnen konnte. Kalkuliert war die Flugschule vorerst nebenberuflich mit etwa fünf Flugschülern pro Jahr. Das ganze sollte in Oerlinghausen unter dem Dach der Segelflugschule Oerlinghausen eingebettet werden. Die Kooperation sollte eine Win-Win-Situation für beide Parteien herstellen. Im Nachhinein bleibt wohl zu sagen, dass man im Vorhinein den Begriff “Win-Win-Situation” für beide Parteien hätte klar definieren sollen, sodass man sich über ein und dasselbe unterhält.

Der erste Vorschlag aus dem Hause der Segelflugschule Oerlinghausen hätte für mich geschäftlichen Suizid bedeutet. Es war unter dem Strich so, dass ich vor allem durch die Franchisegebühr so immense Kosten zu decken gehabt hätte, dass ich rein rechnerisch fünf Euro zu jeder Charterstunde und zehn Euro zu jeder Lehrerstunde hätte zusteuern müssen, um mit dem Preis konkurrenzfähig zu bleiben. Die Preise waren von meiner Warte aus ohnehin an die der Konkurrenz angelehnt, da ich weder Schwierigkeiten noch einen Preiskampf anzetteln wollte, sondern lediglich den Flugschülerüberschuss mit meiner Flugschule in Oerlinghausen auffangen wollte. Das war eine Sache, die ich in meinem Konzept immer sehr deutlich betont habe. Ich wollte den Markt nicht zerstören, sondern ergänzen und damit bereichern. Dass das nicht geht, wenn ich selbst als Lehrer draufzahlen muss, sobald ein Flugschüler in mein Flugzeug einsteigt, ist klar, wie Kloßbrühe. Nach der Aussage, ich solle doch einfach 140 anstatt 119 Euro für eine Lehrerstunde nehmen, sah ich mich gezwungen die geplante Kooperation vorzeitig zu beenden.

Daraufhin wurden die Verantwortlichen aus Oerlinghausen offen für ein Angebot auf Basis einer Umsatzbeteiligung. Ich solle mir Gedanken machen. Das habe ich. Zwei Wochen lang. Ich habe ein neues Konzept erstellt und bin mit meiner Rechnung so weit an das eigene Limit gegangen, dass sich das Angebot für mich gerade noch gelohnt hätte, gleichzeitig für die Segelflugschule Oerlinghausen aber äußerst attraktiv bleibt. Was am Ende dabei herausgekommen war, ist ja kein Geheimnis. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte von mir eine Provision bzw. Franchisegebühr in Höhe von 7,5 % bekommen und wäre gleichzeitig zu 99 % vom operativem UL Geschäft entbunden worden. Das ein oder andere Formular hätte hier und da sicherlich Mal gegengezeichnet werden müssen. Klar! Das ist allerdings Arbeit, die nun wirklich nicht weiter ins Gewicht fällt und locker mit dem Tagesgeschäft hätte abgedeckt werden können. Wer weiß, was eine solche Pilotenausbildung in etwa kostet, kann sich bei 7,5 % Beteiligung den Betrag von ca. 450 Euro pro Flugschüler selbst zusammendichten. Wie gesagt, hätte ich alles selbst organisiert: Papierkram, Theorieunterricht, praktischer Unterricht, Terminabsprachen, Website, Akquise, Marketing, Vercharterung, Wartung, Versicherung, ich habe sogar den eigenen Flieger mitgebracht und hätte die Unterstellung bezahlt, etc.. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte nicht einmal Kapital einbringen müssen. Als ich die E-Mail mit diesem Vorschlag in Absprache mit dem DAeC gen Oerlinghausen schickte, war für mich klar, dass “die” das Angebot gar nicht ausschlagen können. Man stelle sich nur mal vor, die Schule etabliert sich in drei bis fünf Jahren insoweit, dass man 25 Schüler pro Jahr, mit weiteren Lehrern evtl. sogar bis zu 40 Schüler pro Jahr durch die Ausbildung gebracht hätte. Für die Segelflugschule Oerlinghausen hätte das geheißen, dass man satte 11.250 Euro respektive 18.000 Euro Einnahmen aus dem Bereich Franchising zu verbuchen hätte. Einfach so. Quasi ohne etwas dafür tun zu müssen.

Naja, obwohl ich fest mit einer Zusage gerechnet hatte, wunderte es mich irgendwie nicht, als die Absage mit den Worten, dass die Umsetzung einer UL Flugschule mit diesem Konzept  “für uns nicht erfolgsversprechend” sei, eintrudelte. Auf der einen Seite konnte ich es kaum glauben, dass man eine solch potentielle Geldquelle, die null finanziellen Einsatz und null geschäftliches Risiko für die Segelflugschule Oerlinghausen bedeutet hätte, einfach mal ablehnt. Auf der anderen Seite konnte ich es schon glauben, da ich gerade in der Fliegerei sehr viele kuriose Dinge und auch komische Ansichten kennengelernt habe bzw. kennenlernen musste. Die Leute, die ich persönlich kennengelernt habe und auf die man sich in der Fliegerei verlassen kann, zähle ich heute, nach drei Jahren Flugerfahrung und einem Jahr davon als Fluglehrer, an einer Hand ab. Und da bleiben sogar noch Finger übrig. Dem einen passt es nicht, mit welchen Leuten man geschäftlich verkehrt, andere beschweren sich darüber, dass man offene Diskussionen im Ultraleicht Forum führt, obwohl diese ohnehin täglich an jeder Ecke geführt werden. Klar, auf dem Flugplatz diskutiert man natürlich mit vorgehaltener Hand, da man keinem ans Bein pinkeln will und umgekehrt auch eine trockene Hose behalten möchte. Worum es aber geht und wie es tatsächlich in der Fliegerei – vor allem in der UL Branche – aussieht, wissen auch die Verbände nur zu gut. Die leben sprichwörtlich ja auch nicht hinter’m Mond. Arbeitet man nicht zusammen, was auch heißt, dass man offen über die Probleme sprechen sollte, wird es nie eine Lösungen geben. Meine Devise war hinsichtlich dessen immer: Karten offen auf den Tisch und Butter bei die Fische!

Scheinbar kommt man genau mit diesem Motto nicht weit. Man muss seine eigene Suppe kochen. Würde mich heute jemand fragen, ob ich das Ganze, was ich in letzter Zeit in Richtung Fliegerei getan habe, nochmal machen würde, müsste ich es ganz klar verneinen. Ich wüsste derzeit nicht, was, vom reinen Fliegen als solches mal abgesehen, in der Fliegerei einen Mehrwert in punkto Freizeit und/oder Lebenqualität bringen würde. Und ich glaube, dass das der angeblich fehlende Nachwuchs, genauso sieht. Man hört die alten Hasen (hiermit will ich sicher nicht alle über einen Kamm scheren) an jeder Ecke darüber mosern, dass der Nachwuchs ausbleibe. Man wundert sich, was man denn noch alles tun soll, um die Jugend für die Fliegerei zu begeistern. Die Vereine haben damit Grund genug, um um die eigene Existenz zu bangen. Das ganze muss aber nicht zwangsläufig am fehlenden Nachwuchs liegen. Viel mehr liegt das Problem meiner Ansicht nach in den teilweise veralteten Strukturen, in welche der Nachwuchs nicht reinpasst. OK, genau genommen passt er rein. Man will aber irgendwie nicht, dass er reinpasst. Man will das Zepter scheinbar nicht aus der Hand geben. Was früher war, soll auch so bleiben. Veränderung? Nein Danke! Meine Erfahrungen diesbezüglich fingen schon damals in der Ausbildung an…

Während meiner Ausbildung wurde ich im Jahr 2008 bei einem meiner Solo-Streckenflüge am Flugplatz Osnabrück ganz besonders nett begrüßt, weil ich angeblich mit voller Absicht den Propellerstrahl in Richtung der Hallen gestellt hätte, obwohl ich die ganze Zeit auf der gelben Linie auf dem Taxiway parallel zu den Hallen unterwegs war. Bei dem Versuch zu erklären, dass ich doch regelkonform der Linien entlang gerollt sei, winkte man ab und murmelte sich einen zurecht. Die Betreuung über Funk (der etwas ältere Mann saß im Turm) gab es für den Abflug natürlich auch nicht mehr. Ich solle mir die Piste und den Wind doch bitte selber aussuchen. Nochmal zur Erinnerung: Ich war zu der Zeit Flugschüler und hatte das bei Kontaktaufnahme auch so mitgeteilt. Darüber hinaus könnte ich aus dem Stehgreif locker ein Dutzend weitere Stories mit oft dummen Bemerkungen besserwissender Kameraden erzählen. Es gab wirklich vieles, bei dem man völlig unverständlich angeeckt ist, weil sein Gegenüber scheinbar mit dem linken Fuß aufgestanden ist. Versucht man sich zu rechtfertigen, wird man als frech und respektlos bezeichnet, obwohl man eigentlich ganz klar im Recht ist. Aktuell ist es so, dass ich als junger Typ (ja, man darf mich als Nachwuchs bezeichnen) eine Flugschule gründen will, die scheinbar niemand haben will. Ich habe tatsächlich bei x Plätzen im Umkreis von 75 Kilometern nach der Möglichkeit bzgl. der Gründung einer Flugschule gefragt. Nicht ein einziger Platz (!), mal ausgenommen von Oerlinghausen, hatte ernsthaftes Interesse an meinem Konzept oder überhaupt der Beantwortung meiner Anfrage. Man wollte nicht einmal einen Blick in das wirklich vielversprechende Konzept werfen. Man wurde einfach mit Desinteresse und teilweise argumentfreien Ausreden abgelehnt.

Ich muss daher ganz ehrlich sagen: Wer nicht will, der hat schon und sollte sich daher auch nicht beschweren. Die “alten Hasen” haben es selber in der Hand. Sie sind in der Position der Entscheider und wundern sich immer noch über den fehlenden Nachwuchs, der meiner Meinung nach eigentlich da ist, schlichtweg aber keine Lust auf einen solchen Empfang hat. Daher kann ich diesen “Uns fehlt der Nachwuchs” Kram eigentlich nicht mehr hören. Wer nicht offen für Veränderungen, Bewegung und Neues ist, immernoch wert auf hunderte Jahre alte Tugenden setzt und nicht mit dem Zahn der Zeit geht, der wird auf seinem Flugplatz oder in seinem Verein unweigerlich ein großes Problem damit bekommen, Jugendliche zu akquirieren. Begeistern braucht man die nämlich nicht von der Fliegerei. Eine scheinbar fehlende Faszination am Fliegen gibt es nicht. Faszination ist ohne Zweifel da! Auch bei der Jugend! Auch bei mir! Ich bin sicherlich ein tolles Beispiel für diese Diskussion. Ich zähle mich auf der einen Seite zu 100 % zum Nachwuchs der Fliegerei. Ich habe auf der anderen Seite aber sicherlich auch alles in die Wege geleitet, um den Voraussetzungen für einen Einstieg mitzubringen. Ich komme mit fertigem Konzept, welches für den Franchisegeber kein Risiko und keine Investitionspflicht beinhaltet und werde als “nicht erfolgsversprechend” abgelehnt. Und wie geht es weiter? Aus Sicht der alten Hasen wundert man sich sicherlich schon wieder darüber, wo denn nun der Nachwuchs ist. Ja, wo ist er denn?

Er geht nach Höxter. Da das ganze in Oerlinghausen leider scheitern musste, werden mein Partner und ich ein ähnliches Konzept in Höxter umsetzen. Wie das en detail aussehen soll, bleibt noch zu besprechen. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir eine Art Pendlerangebot in das Konzept einbinden werden. Das heißt, dass wir zu unseren Schülern kommen und nicht umgekehrt. Demnach sind auch die bereits verlosten Schnupperflüge, sowie die bereits verkauften Rundflüge nicht in Gefahr. Diese bleiben selbstverständlich bestehen und werden bzw. können auch ganz normal ab Oerlinghausen durchgeführt werden. Alles weitere erfahrt ihr in Kürze auf diesem Blog.

Nachdem ich heute Morgen gefühlte 25 Flugzeuge aus dem Hangar in Oerlinghausen gerollt habe, um an das eigentliche Flugzeug heranzukommen, konnte ich das Stück der Begierde endlich aus den heiligen Hallen ins Freie ziehen. Kurz danach stand der Breezer auf dem Vorfeld, quasi leergetankt (gibts das Wort?) und bereit für den Vorflugcheck. Ein bisschen Smalltalk mit Lothar heiterte die ganze Situation ein wenig auf und hat mich mal wieder gefreut. Kurz nachdem ich den Flieger gecheckt habe, rollte ich zur Tankstelle. 35 Liter gab es obendrauf, denn heute flog ich allein und da können ein paar Zusatzkilos wahrlich nicht schaden :)

Das Wetter war etwas windig, im großen und ganzen aber gut anzusehen. Nachdem ich den Flieger also fast vollgetankt habe, konnte ich nach kurzer Warmlaufzeit inkl. Magnetcheck auf die Piste 22 auflinieren. Beim Start zog ein relativ strammer Wind von links cross über die Piste. Man musste direkt nach dem Abheben gut vorhalten, um den Kurs zu halten und nicht zu weit aus der Platzrunde zu driften. Es ging eigentlich völlig ohne Plan vorerst über Schloß Holte, Hövelhof und Delbrück, ehe ich mich dazu entschieden habe der Bielefelder Innenstadt einen Besuch abzustatten. Das Wetter sah auf der anderen Seite, also einige Kilometer weiter östlich, jedoch viel interessanter aus. Ich entschloss mich also in diese Richtung gen Detmold, Horn und Schlangen weiterzufliegen.

Eigentlich hatte ich dann vor mich zwischen Paderborn Lippstadt und der Senne entlang zu quetschen. Über bzw. rund um den Flughafen Paderborn Lippstadt gibt es jedoch eine Transponder Mandatory Zone, die direkt an die ED-R 112A (Senne) anschließt. Auf meiner Höhe hatte ich also nicht die Möglichkeit via Paderborn zurück nach Oerlinghausen zu fliegen. Mit Transponder kein Problem, aber ich hatte keine Lust das Ding einzuschalten ;) Ich wollte einfach nur fliegen. Also drehte ich an entsprechender Stelle um, denn runter konnte ich an dieser Stelle aufgrund der Fülle an Wolken auch nicht mehr, denn die wurden gen Südosten mehr und mehr…

Auf diese Weise ging es also wieder via Horn, Detmold, Augustdorf und Stukenbrock nach Schloß Holte. Hier drehte ich noch einige Kreise und schaute mir diverse Wohnhäuser von oben an. Kurz danach meldete ich mich bei Oerlinghausen zurück. Alles wie immer, alles routiniert. Auf 1.600 ft in den rechten Gegenanflug zur Piste 22 einfliegen. Ca. 4.000 upm und Höhe halten. Dann nach rechts in den rechten Queranflug drehen. Gleichzeitig meldete ich meine Position via Funk und reduzierte die Drehzahl auf gut 3.500 upm, während ich auch die Nase ein wenig anhob, um auf etwa 110 km/h Anfluggeschwindigkeit zu reduzieren. An dieser Stelle setzte ich die Klappen auf die erste Stufe und verlor langsam aber stetig an Höhe.

Im GPS blinkten schon die ersten Terrain-Warnungen auf. In Oerlinghausen über dem Kamm des Teutoburger Wald auf die Piste 22 anzufliegen, fühlt sich immer relativ knapp an. Aber das haut alles hin, zumindest dann, wenn man bis zum Eindrehen in den Endanflug über 1.150 ft bleibt. Im Endanflug eingedreht, habe ich das Gas komplett herausgezogen und kurz nach dem Passieren der Baumreihe etwa 200 m vor der Threshold (Schwelle der Landebahn) die Klappen auf die letzte Stufe gesetzt. Die Geschwindigkeit lag kurz vor dem Aufsetzen bei rund 100 km/h. Der Wind blies recht kräftig mit 14 kt aus östlicher Richtung. Sekunden später bin ich zwar leicht schiebend aber dafür sehr weich aufgesetzt. That’s it. Eigentlich ein Flug wie jeder andere. Aber allein macht es auch mal wieder Spaß…

Ich muss jetzt zusehen, dass ich die restlichen Stunden sammel. So richtig bin ich in letzter Zeit mit dem Fliegen leider nicht voran gekommen. Das merkte ich heute Morgen bereits, als ich von einem Fliegerkollegen mit “Frohes Neues…” begrüßt wurde ;) Dass ich in letzter Zeit nicht so häufig am Flugplatz sein konnte, hängt übrigens mit derzeitiger beruflicher Umstrukturierung zusammen. Nur für die, die es wissen wollen (am Flugplatz interessierte das nämlich Niemanden). Naja, ich denke, dass ich in der nächsten Woche mal wieder ein paar Stunden FK9 fliegen werde. Da freue ich mich schon drauf. Ich halte Euch auf dem Laufenden…

Nach einigem Herumgurken mit einigen Flugzeugen (C42, Breezer, FK9) in der letzten und vorletzten Woche ging es an diesem Wochenende mal auf eine etwas längere Reise. Patrick und ich hatten uns vorgenommen hin und wieder mal einen Ausflug zu machen. Ich brauche Stunden und Patrick will in die Luft. Das passt wie die Faust aufs Auge. Auf unserem nicht festgelegten Ausflugsplan steht hauptsächlich das Fliegen durch die Weltgeschichte, um auch mal unbekannte Plätze wie Hoppensen o.ä. anzufliegen und kennenzulernen. Auch Kassel-Calden und Hannover Airport steht noch auf dem Wunschprogramm. Daraus könnte man übrigens einen schönen Dreiecksflug machen. Aber zurück zum Thema: Diesmal zog es uns in die nahe Ferne.

Wir hatten uns am Wochenende darauf geeinigt mal wieder zur See zu fliegen. Wir hatten die Qual der Wahl, denn wir haben vorher insgesamt 5 Flugpläne zu verschiedenen Zielen erstellt und in petto. Die Entscheidung fiel letztendlich zu Gunsten der schönen Insel Norderney. Patrick hat mich mittags mit der FK9 in Oerlinghausen abgeholt, sodass es sofort losgehen konnte. Über die Piste 04 hoben wir bei leichtem Seitenwind in nördlicher Richtung ab. Wir folgten der Platzrunde über den Kamm des Teutoburger Wald bis kurz vor die A2, um dann nach rechts in Richtung Nordsee abzudrehen.

Das Wetter war super. Die Sicht unglaublich. Man ist von Oerlinghausen gerade gestartet und konnte fast schon den Dümmer sehen. Wahnsinn. Ich glaube, dass das von der Sicht her das beste Wetter war, bei dem ich je geflogen bin. Und ich glaube nicht, dass es noch besser geht. Leider war es auf anfangs 2.500 ft etwa ruckelig, sodass wir uns entschieden über die vereinzelt vorhandenen Quellwolken zu steigen. Auf 6.500 ft gurkten wir also richtung Norden. Naja, “gurkten” ist vielleicht der falsche Ausdruck. Denn das GPS verriet uns eine Geschwindigkeit 190 km/h GS bei gerade mal 4.600 Umdrehungen pro Minute mit einem Spritverbrauch von nur 10,5 Litern in der Stunde. Das geht schon.

Während des Fluges haben wir uns von der FIS (Bremen Information) leiten bzw. überwachen lassen. Ab und an bekamen wir Traffic Informationen von vorbeirauschendem IFR Verkehr und lauschten den teilweise sehr entspannten und lustigen Controllern beim Funken. Das macht schon Spaß und lässt selbst im kleinen Ultraleichtflugzeug einen Hauch Professionalität einkehren. Darüber hinaus waren wir sehr gut vorbereitet. Ein kleiner Touchscreen PC mit installiertem Pocket FMS verabschiedete sich zwar regelmäßig aufgrund diverser Überhitzungsprobleme, aber als “Backup” diente ein kleines Garmin GPS und natürlich die gute alte ICAO Karte. Die kann quasi nicht ausfallen.

Der Anflug auf Norderney erfolgt problemlos. Nach studieren des Anflugblatts verabschiedeten wir uns von der FIS und stellten das Funkgerät auf Norderney Info um. Nachdem wir die Piste 26 zugewiesen bekamen, steuerten wir mittig auf die Insel zu. Am Anfang der Küste hatten wir sicherheitshalber noch 3.000 ft Höhe aufgebaut, um bei einem eventuell auftretenden Motorausfall noch gemütlich bis Norderney gleiten zu können. Im Queranflug waren wir dann auf etwa 700 ft Platzrundenhöhe angek0mmen und drehten in den Endanflug. Die Klappen haben wir auf die erste Stufe gesetzt, sodass wir bei dem auf der Bahn stehendem und mit rund 6 kt wehendem Wind sauber landen konnten. Schnell stellten wir den Flieger ab, zahlten die 8,00 Euro Landegebühr und machten uns auf den Weg zum Strand.

Nach einem kleinen Strandspaziergang, überteuertem aber leckerem Brathering mit Bratkartoffeln und einer noch viel unverschämt teureren Cola am Flugplatzrestaurant Norderney (8,40 Euro für 2 Cola 0,3l -> also 16 Mark) ging es zurück in den Flieger. Wer vor hat hier den ganzen Tag zu verbringen und sich in Restaurants zu ernähren, sollte sich vorher mit dem Verfahren der Privatinsolvenz vertraut machen und sicherheitshalber schonmal die Funkfrequenz von Peter Zwegat im Funkgerät rasten.

Nach einem sauberen Start auf der Piste 26 auf Norderney drehten wir gen Süden und stiegen nach einigen Kilometern auf rund 9.500 ft um diesmal dank leichtem Rückenwind sogar mit etwa 204 km/h (4.600 upm, 10,5 l/h) in Richtung Oerlinghausen zu fliegen. Ganze 80 Minuten netto hat der Rückflug gedauert. Wir konnten es kaum glauben, als wir vor uns plötzlich schon die Universität von Bielefeld sahen. Zu dem Zeitpunkt waren wir gerade mal eine Stunde unterwegs. Der Anflug via Bielefeld, Hillegossen und Asemissen auf die Piste 04 verschlang den Rest der Zeit, sodass wir wie gesagt auf gerade mal 1:20 h Flug- bzw. 1:30 Blockzeit kamen. Ziemlich schnell.

Alles in allem war es ein Top Ausflug, den man eigentlich jeden Tag machen könnte. Man hat mal wieder viel gesehen und viel Spaß gehabt. Ich freue mich schon auf das nächste mal. Das Gute ist, dass bei solchen Ausflügen das Stundenkonto sichtbar in Richtung Ziel ansteigt. In den nächsten Wochen gilt es weiter daran zu arbeiten. Es sieht gut aus. Man kommt voran…

PS.: Foto und Video reiche ich später nach…

280 m Piste (Gras) sorgt für Adrenalin

verfasst am 26. Juni 2009

Am Mittwoch war ich nochmal mit Patrick unterwegs, um bei dem Wind in Höxter einige Seitenwindlandungen durchzuführen. Wenn der Wind in Oerlinghausen genau auf der Piste steht, kommt er in Höxter voll cross. Ideal, um erstens in Übung zu bleiben und zweitens zu sehen, wie sicher man mittlerweile mit der FK9 ist.

Ich sag mal so: Die Landungen waren durchwachsen. Das Problem ist, dass sich die FK9 völlig anders als z.B. der Breezer oder die C42 fliegt. Während man mit der C42 auch viel zu hohe Anflüge locker durch kräftiges slippen korrigieren kann, nimmt einem die FK9 einen solchen Anflug ein bisschen übel. Das Ding will manchmal einfach nicht runter. Man denkt sich wie beim Breezer einfach die Klappen voll zu setzen, um den Anflug steiler durchführen zu können. Aber auch das gelingt nicht (immer). Denn die Klappen der FK9 sind deutlich kleiner als die des Breezers. Das heißt, dass man bei steilem Anflug einfach zu schnell wird und die Gefahr des überschiessen besteht. Aber…

Höxter wäre ja ohne die ganzen Turbulenzen im Shortfinal nicht wirklich Höxter. Durch die Verwirbelungen, durch welche man beim Anflug auf die Piste 14 fliegt, verliert man im Shortfinal Höhe en masse, sodass man selbst die FK9 noch runter bringen kann. Trotzdem habe ich noch so meine Schwierigkeiten das Ding bei Turbulenzen und Seitenwind souverän zu landen. Ich kriege sie natürlich runter, aber mir gefällt das “wie” noch nicht so ganz. Daran muss ich noch feilen. Zugegebenermaßen komme ich mit der C42 und dem Breezer besser zurecht. Aber man will ja so viele Erfahrungen wie möglich, vor allem auch auf verschiedenen Flugzeugtypen, sammeln. Das kommt mir später als Fluglehrer sicher zu Gute.

Zum Abschluss unseres Ausflugs hat Patrick sich überlegt, mir gerade nochmal einen richtigen UL Platz zu zeigen. Er wies mich im Flug schon auf eine sehr kurze Piste hin und sprach von Gras. Mir stand also meine erste Landung auf Gras bevor. Die Piste von Hoppensen (so heißt der Platz) ist nur 280 m lang. Die FK9 musste also ihre STOL Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ach, hatte ich schon gesagt, dass wir mit geschätzten 5 – 8 kt Rückenwind landen und auch wieder starten mussten?

Naja, der Anflug gestaltet sich schon relativ schwierig. Aus westlicher Richtung darf man die 07 nicht anfliegen (Berg im Weg), aus östlicher Richtung darf man zwar auf der 25 landen, jedoch die Ortschaft, die nur gefühlte 200 m von der Schwelle entfernt genau im Endanflug liegt, nicht überfliegen. Das sind Zustände :)

Das Eindrehen in den rechten Queranflug und anschließend in den kurzen Endanflug ist quasi eine einzige Kurve. Sobald der rechte Queranflug erreicht ist, verlässt man ihn zwecks Eindrehen in den Endanflug auch schon wieder. Das ist da eben alles ein bisschen enger. Trotzdem hat es genau hingehauen. Erst kurz vor der nicht existierenden Halbbahnmarkierung (zumindest habe ich sie bei dem Stress nicht gesehen) setzte sich die FK9 auf ihr Hauptfahrwerk und kam tatsächlich sogar ohne zu Bremsen (!) auf dem Rest der Strecke (ca. 150 m) zum stehen.

Wir haben uns direkt wieder an der Piste 25 positioniert um zu starten. Das war interessant. Man muss bei der Halbbahnmarkierung auf jeden Fall sicher, und damit meine ich wirklich sicher sein, dass man den Vogel in den nächsten 100 m vom Boden hebt. Denn die Piste wird mit zunehmender Geschwindigkeit sehr schnell immer kürzer. Nochmal zur Erinnerung: 280 m Piste, Gras, 5 – 8 kt Rückenwind. Der Trick besteht darin das Flugzeug im Bodeneffekt auf dem so erzeugten Luftkissen schweben zu lassen. Das ganze fängt etwa ab der Hälte der Piste an. Em Ende der Piste hat man dann ca. 90 km/h drauf und kann leicht nach oben ziehen. Das haut wirklich exakt hin. Wir hatten natürlich noch genügend Reserven, das sieht jedoch aus dem Cockpit nicht so aus :)

Unmittelbar nach dem Start muss man den Knüppel nach rechts reissen, da man sonst gerade aus auf einen Hügel zufliegen würde und dieser natürlich in dem Fall gefährliche bzw. ungünstige Leeturbulenzen hervorrufen kann. Um das Risiko zu vermeiden, dreht man direkt Richtung Norden ab und sammelt dort weiter Geschwindigkeit und Höhe. Adrenalin pur. Das macht Spaß. Das ist UL Fliegen.

Im Anschluss sind wir dann an Höxter, Bad Pyrmont und Detmold vorbei zurück in Richtung Oerlinghausen geflogen. Die Piste 04 ist dagegen natürlich Luxus. Die Landung dort verlief ohne Probleme, fast schon routiniert :)

Ausflüge mit der FK9 Mark IV

verfasst am 23. Juni 2009

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich noch ein paar Stunden sammeln muss, ehe es zum zweiten Fluglehrerlehrgang (Praxis) gehen kann. Ich habe jetzt schon einige Stunden auf der Ikarus C42 und auch so einige Stunden auf dem Breezer geflogen. Natürlich werde ich mich auf diesen Flugzeugen weiterhin fit halten. Nun hat mir Patrick aus Höxter vorgeschlagen zusammen ein paar Ausflüge zu machen. Er will ohnehin einfach nur fliegen und da ich ja noch ein paar Stunden benötige könnte man doch auch zusammen fliegen.

Kein Problem. Da bin ich natürlich dabei. Es ging direkt am Sonntag los. Wir haben uns vorgenommen auch mal Flugplätze anzufliegen, die man nicht jeden Tag bzw. seltener als sonst anfliegt. Am Sonntag war es zum Beispiel Bad Pyrmont. Auf dem Platz habe ich bislang nur einen Touch-and-Go gemacht. Eigentlich ziemlich ruhig dort. Meine Freundin musste in Bad Pyrmont jemanden besuchen, sodass ich mich am Flugplatz absetzen lassen konnte. Patrick und ich hatten uns dort verabredet. Keine 5 Minuten später haben wir die 5/8 Wolkendecke durchbrochen und waren auf etwa 5.000 ft angekommen. Die Landschaft dort ist wirklich sehenswert. Grandioser anblick.

Der obligatorische Kaffee in Höxter musste natürlich sein. Ein kräftiger Schauer zwang uns ohnehin zur Landung, da dieser einige Hagelkörner beinhaltete und bei der Stärke sicher einen starken Sichtverlust bedeutet hätte. Wenig später konnten wir zum Glück wieder in die Luft. Ein bisschen durchs Weser Bergland und anschließend wieder nach Bad Pyrmont. So schnell geht ein Flugtag vorbei. Das ganze war natürlich ziemlich spassig, sodass wir uns für den nächsten Tag direkt wieder verabredeten.

Am Montag ging es wieder in Richtung Niedersachsen. Doch der Anblick des Flugplatz Detmold zwang uns zur Planänderung. Das Ding ist ja jetzt wieder offen für Jedermann. Damals war der Platz meines Wissens nach ausschließlich den Vereinsmitgliedern vorbehalten und hatte eine andere Kennung (jetzt EDLJ). Naja, die Landung die mir bevorstand war eine auf der kürzesten Piste in meiner Fliegerkarriere. Aber auch auf 360 Metern Asphalt kommt man besser runter als gedacht. Obwohl das von oben schon sehr kurz aussieht wenn man nur 500 – 600 Meter lange Pisten gewohnt ist. Nach ein bisschen Smalltalk mit den dortigen Vereinsmitgliedern ging es weiter.

Über die Piste 27 drehten wir links über Detmold in Richtung Schieder. Von dort aus konnte man bis nach Hildesheim schauen. Anschließend flogen wir jedoch wieder in westlicher Richtung weiter, da EDLO gerne mal pünktlich die Pforten schliesst. Erneut via Detmold, Lage, Lemgo, Hillegossen und an Bielefeld vorbei um dann auf Höhe der Universität wieder Oerlinghausen anzusteuern.

In den nächsten Tagen wollen wir das ganze weiter fortsetzen.

FK9 fliegen in Höxter

verfasst am 11. April 2009

Dass ich relativ viele Leute aus dem UL Forum treffe und obendrein noch einen Flug mit der FK9 machen würde, hätte ich nicht gedacht, als ich am Karfreitag mit meiner Freundin kurz nach Mittag von Oerlinghausen richtung Höxter startete. Bei dem Wetter ist gehört ein Besuch auf der schönen Flugplatzterrasse zum Pflichtprogramm. Der Hinflug bei leicht thermischen verhältnissen lieferte uns Steigraten von 5 m/s ohne den Anstellwinkel großartig zu vergrößern, war aber mit ca. 40 km/h Gegenwind leicht ruppig. Aber das sollte kein Problem sein, denn ich hatte mir nach drei Monaten Breezer fliegen mal wieder die C42 genommen. Den Weg nach Höxter kennt mittlerweile sogar meine Freundin auswendig ^^

Die Landung in Höxter war unkompliziert. Der Wind stand mit rund 7 kt direkt auf der Piste 14, sodass man via Köterberg direkt über den langen Endanflug anfliegen konnte. Im kurzen Endanflug wird man wie gewohnt gut durchgewirbelt. Fliegt man anfangs etwas höher an und slippt am Ende, bekommt man davon jedoch nur die Ausläufer zu spüren. Die Landung in Höxter verlief 1A, was man von der späteren Landung in Oerlinghausen nicht unbedingt behaupten kann. In jedem Fall habe ich den Flieger abgestellt und bin gen Terrasse gegangen. Da hörte ich schon ein “Hallo Markus….” von der Terrasse rufen. Nach kurzem Blick stellte sich heraus, dass Armin mit kompletter Höxteraner Kombo dort den Nachmittag verbrachte. Mit einem auf dem Tisch stehenden Funkgerät bekommt man sogar alle An- und Abflüge gut mit.

Nach einer Zeit landete dann Patrick mit dem noch jungen “Flugschüler” Christopher (im Forum eher bekannt als flyingchristopher) in seiner nagelneuen FK9 (siehe Bild). flyingchristopher war übrigens auch der junge Mann, der beim letzten Mal im Turm saß. Ich war nur mal wieder zu blind ihn zu erkennen :) Naja, in jedem Fall bin ich direkt auf das Vorfeld gegangen, um mir den Flieger mal anzusehen. Man muss wirklich sagen, das die FK9 aerodynamisch gesehen vorbildlich verarbeitet ist. Auch die Flugeigenschaften erinnern wenig an die eines UL. “Die fliegt man eigentlich wie eine Cessna…”, so der stolze Besitzer Patrick, den ich übrigens am kommenden Wochenende beim Fluglehrerlehrgang sehen werde.

Es ist wirklich interessant. Es reicht völlig aus das Flugzeug genau auszutrimmen und dann lediglich mit der Geschwindigkeit, also der Motorleistung zu “steuern”. Besonders im Anflug ist es eine ganz andere Situation als beim Fliegen mit “normalen” ULs wie der C42 oder dem Breezer. Sobald man die Geschwindigkeit unter 110 km/h senkt, baut die FK9 entsprechend gut Höhe ab. Ansonsten wird es schwierig das “Ding” runterzubringen, da die Anflüge einfach zu hoch wären. In Punkto Geschwindigkeit lässt sich sagen, dass die FK9 ein wirklich schneller Vogel ist. Durch die aerodynamisch hervorragende Verarbeitung spürt man darüber hinaus kaum Böen oder Luftbewegungen. Der Flieger liegt äußerst stabil in der Luft und Geschwindigkeiten von 220 km/h sind ein Kinderspiel.

Nach zwei Überflügen und einem Touch-and-Go ging es wieder auf den Rückflug. Mit ordentlich Rückenwind und rund 180 km/h GS (für die C42 ist das gut) ging es schnell wieder nach Oerlinghausen. Dort wurde die Piste auf die 04 geändert. Der Anflug verlief erstmal astrein. Am Ende war ich jedoch noch deutlich zu hoch, was ich allerdings durch extremes Slippen ausgleichen konnte. Als ich aus dem Slippen in die normale Fluglage zurückging, erwischte uns eine Böe und drückte uns 5 bis 6 Meter von der Centerline nach links. Um das auszugleichen, musste ein größerer Tritt ins rechte Seitenruder her. Wieder auf der Centerline ausgerichtet habe ich etwas zu hoch abgefangen, sodass die C42 aus etwa einem Meter auf die Piste fiel. Da muss ich noch ein wenig dran arbeiten, denn der Blickwinkel ist aus dem Breezer völlig anders und den war ich zu sehr gewohnt. Es ist also wirklich besser öfter mal die Flugzeuge zu wechseln. Man merkt doch zweifelsohne wie wichtig regelmäßiges Training mit jedem Flugzeugtyp ist.

Trotzdem war es alles in allem ein guter Flugtag mit interessanten Eindrücken und vielen Leuten. An dieser Stelle einen Gruß an die gesamte Kombo am Flugplatz Höxter, besonders an Armin, Christopher und Patrick…

Da das Wetter laut dem am Samstag vorliegendem Flugwetterbericht schon wieder schlechter werden soll (man siehe aus dem Fenster), habe ich mich dazu entschlossen das ganze noch schnell auszunutzen, meine Freundin einzupacken und mit dem Breezer endlich mal wieder zur Lieblings-Destination Höxter (EDVI) zu cruisen. Das Wetter konnte kaum besser sein. Der GAFOR-Bericht sagte für den südwestlichen Teil des Bereich Nord lediglich 5kt Wind aus 260 voraus. Auf GND hat das sicherlich gepasst, oben (rund 2.500ft) dürften es aufgrund der stark unterschiedlichen Zeit von Hin- und Rückflug etwas mehr gewesen sein.

Nachdem ich den Flieger aus der Halle gezogen habe und einen Blick in das Logbuch warf, bemerkte ich dass der Breezer seit rund einer Woche am Boden stand (schlechtes Wetter). Da schaut man schonmal etwas gründlicher hin als wenn die Maschine vor fünf Minuten oben war und lässt sich wie immer genügend Zeit für den Vorflugcheck. Nachdem dieser erfolgreich abgehandelt war, waren wir “ready to taxi” und nahmen Kontakt mit Oerlinghausen Info auf. Die Piste 22 war in Betrieb, der Bodenwind nicht unbedingt nennenswert. Also sind wir bis etwa 100 Meter vor den Haltepunkt der Piste 22 getaxelt, wo noch zwei andere Flugzeuge auf eine freie Piste warteten. Bei Segelflugbetrieb muss man öfter mal die eine oder andere Minute “Verspätung” einkalkulieren. Denn wenn ein Segelflieger startet, haben wir (leider) zu warten. Piloten, die jetzt ein Flugzeug mit Betriebsstundenzähler ohne Anschluss an den Gesamtdruck gechartert haben, müssen für die Segelfliegerstarts nicht nur Zeit, sondern bei geschätzten 5 Minuten Wartezeit je nach Fluggerät auch noch zwischen 8 und 10 Euro blechen ^^

Naja, nach 5 bis 6 Minuten waren wir dann auch an der Reihe und konnten Vollgas geben. Nach wenigen Dutzend Metern hoben wir ab und folgten vorerst der Platzrunde bis über den Teutoburger Wald um dann weiter Höhe aufzubauen und via Detmold und rechts von Schieder in Richtung Köterberg zu fliegen. Auf Höhe Marienmünster habe ich das erste mal Kontakt mit Höxter Info aufgenommen. Der Turm war diesmal von einem jungen Mann besetzt, der das Funken aber sehr gut beherrschte und uns mit der entsprechenden Piste (Piste 32) und den aktuellen Windverhältnissen versorgte. Auch meine “Extrawurst” über die südwestliche Platzrunde einfliegen zu dürfen wurde mir positiv bestätigt. Das hat den Vorteil, dass man aus westlicher Richtung kommend nicht noch extra den Ort Albaxen nördlich des Platzes umfliegen muss, sondern direkt straight ahead in den linken Gegenanflug nördlich von Brenkenhausen fliegen kann.

Aufgrund der gewohnt turbulenten Verhältnisse im Anflug auf die 32, bin ich etwas höher als sonst in den linken Queranflug geflogen und habe erst im Endanflug ordentlich Höhe durch das Setzen der Klappen und leerlaufendem Triebwerk “kaputt” gemacht. Nach einem Glas Cola auf der Terasse des mit fast allen Sitzplätzen belegten Flughafenrestaurant “Crosswind” ging es VFR zurück nach Oerlinghausen. Auch der Rückflug gestaltete sich, nachdem wir vom Turm ein nettes “Wiedersehen” als letzten Funkspruch empfangen haben, problemlos. Leider blendete die bereits tief stehende Sonne ein wenig, sodass man nach vorn heraus nicht die beste Sicht hatte.

Da die Platzrunde in EDLO scheinbar etwas voll war, flog ich diesmal weitläufiger an. Es ging vorerst nördlich an Asemissen vorbei um dann über Bielefeld-Hillegossen der A2 in Richtung Sennestadt zu folgen. Über Hillegossen holte ich mir die nötigen Infos per Funk und kündigte unsere Landung an. Über dem Teutoburger Wald drehte ich aus nördlicher Richtung kommend nach links in den rechten Queranflug zur Piste 22 und leitete die Landung ein. Nachdem ich die Geschwindigkeit auf rund 110 – 115 km/h reduzierte, setze ich die Klappen in die zweite Stufe und das Triebwerk in den Leerlauf. Im Endanflug hieß es dann wieder “Flaps full” und ganz locker eingleiten. Die Nase musste etwas in den Wind gestellt werden und schon setzten wir butterweich und direkt nach der Schwelle sicher auf der Piste 22 auf. Ein schöner Flugtag ging mal wieder viel zu schnell zu Ende.

Endlich mal wieder ein bisschen Sonne :)

verfasst am 16. März 2009

Zu früh gefreut. Denn leider scheint gute Frühlingslaune, welche man am Freitag und Samstag am Flugplatz in Oerlinghausen deutlich verspürte, noch nicht anzuhalten. Trotzdem war ich wieder mal ein wenig über GND unterwegs.

Nicht nur die Sonne kam heraus, auch die ganzen Segelflieger zogen am Freitag und Samstag ihre Flieger aus dem Hangar. Es wurde schon wieder etwas voller auf dem Platz. Der Winter scheint langsam aber sicher vorbeizugehen. Leider regnet es hier und da noch viel zu lange. Trotzdem waren am Freitag wie auch Samstag wie gesagt einige Slots mit guten Wetterbedingungen vorhanden, welche man natürlich nach so langer Regenphase direkt ausnutzen muss. Also ab in die Luft.

Am Freitag war es ein Rundflug mit meiner Freundin. Bei besten Bedingungen mit leichtem Seitenwind flogen wir unseren Rundflug und erfreuten uns an dem Wetter. Samstag war es ähnlich, nur turbulenter. Ein Freund hat sich kurzfristig zum Mitflug angemeldet. Bei diesem Rundflug sollte man schon die Front, die aus nordwestlicher Richtung auf Deutschland und somit auch EDLO zurollte, bereits spüren. Neben ein wenig Termik waren es teilweise sehr turbulente Wetterverhältnisse auf bestimmten Höhen. Wir wurden ganz gut durchgeschüttelt, sodass man endlich mal nicht nur wie auf Schienen flog, sondern das Fliegen wieder spüren konnte.

Besonders über dem Kamm des Teutoburger Wald in Richtung Bielefeld und Osnabrück bekam man die Verhältnisse deutlich zu spüren. Auch die Sonnenbrille war an dem Tag fast ein absolutes Muss. Oben blendete es teilweise doch sehr stark, stellenweise verstärkt durch eine etwas diesige Umgebung. Trotzdem fand mein Fluggast den Flug entsprechend amüsant. Zur Ausbildung konnte ich ihn zwar (noch) nicht überreden, grundlegendes Interesse ist aber schon da. Da sich der gute Mann allerdings neben dem Hauptberuf noch mitten in der Ausbildung zum Techniker befindet wäre ein Flugschein evtl. etwas zu viel des Guten. “Wir sprechen uns in einem Jahr” sicherte er zu :)

Auch bei der Landung wurden wir entsprechend über dem Teutoburger Wald durchgeschüttelt. Außerdem muss man gerade jetzt auf die Segelfliger acht geben, da die absolut keinen Schmerz damit haben, sich in drekter Nähe des Quer- und Endanflugs auf kleinen Thermikblasen hochzuschrauben. Aber ein wenig Verkehr macht die ganze Sache schließlich wesentlich interessanter. Ich freue mich schon, wenn in den Frühlings- und Sommermonaten wieder ordentlich was los ist.

Mit dem Gerät bin ich in meiner gesamten Laufbahn noch nie geflogen. Also mit der C42 natürlich schon, allerdings noch nie die aus Höxter mit dem 80PS ROTAX. Das einzige was mir beim Einsteigen aufgefallen ist, sind die noch relativ ordentlichen Sitzauflagen, die in der anderen C42 etwas mehr gelitten haben :)

Ich hätte außerdem ganz gerne einen Schraubendreher (schlitz) zur Hand gehabt, denn das Öffnen der Ölverdeckung sowie das Öfnen und Schließen der Wartungsklappe am Rumpf der C42 stellten sich als äußerst schwierig heraus. Aber das sind nur kleinere Punkte, die eigentlich nicht erwähnenswert sind. Wichtig ist, dass das Ding fliegt. Und das tut sie…

Das Wetter war an diesem Samstag (17.01.) perfekt. Die Außentemperatur betrug etwa 3°C, eine Wolkenuntergrenze hat es meiner Meinung nach zumindest örtlich nicht gegeben. Kurz nachdem ich die Maschinen gecheckt habe rollte ich erstmal zur Tankstelle um noch einige Liter Benzin mehr mitzunehmen. Denn 13 Liter sind mir etwas zu wenig gewesen.

Nach dem Tanken bin ich also losgerollt und habe den Funk gemacht. Ganz schön schwierig, wenn man während seiner gesamten Fluglaufbahn (wenn man es so nennen mag) nur Flugzeuge mit der Kennung D-MF__ fliegt. Hier hatte ich auf einmal eine ganz andere Kennung. Dieses kleine Schild im Cockpit hat mich vor dem Fettnäpfchen bewahrt, denn ich war schon kurz davor völligen Quatsch zu reden, habe mich im letzten Moment aber entschieden die Kennung, die im Cockpit aufgeklebt war zu nehmen :)

Nachdem also die Hürden mit dem Funk genommen waren, musste ich die C42 noch ein paar Minuten warm laufen lassen. Danach stand noch der Magnetcheck an, ehe es diesmal auf die Piste 22 ging. Der Wind wehte schwach bis mäßig aus etwa süd-östlicher Richtung, also mit einem kleinen Tritt ins Seitenruder und leicht links hängender Fläche ausgeglichen.

Die C42 verfügt über ganz neue Winglets, die denen der Airbus Familie ähneln. Die Teile sehen nicht nur gut aus, sondern sind es auch. Bemerkbar macht sich das ganze in der Steigleistung, sowie darin, dass man beim Landen einfach nicht runter kommt.

Um den gesamten Flug mal zu überspringen [...] komme ich direkt wieder auf den wirklich interessanten Rückflug bzw. Anflug zu sprechen. Über Schloß Holte habe ich mich auf etwa 1.600 ft zurückgemeldet und bekam wie zu erwarten die Piste 22 über Funk zugeteilt. The same procedure as every time. Dachte ich zumindest bis zum Endanflug. Ich habe die C42 beim Eindrehen in den Endanflug bereits auf Leerlauf zurückgenommen, flog noch einige Sekunden weiter, sodass ich sie auf die Centerline der Piste 22 ausrichten konnte und fing dann an ordentlich zu slippen.

Im Endanflug sah alles super aus. Ich war auf perfekter Höhe mit rund 110 km/h und war kurz vor erreichen der Schwelle. Über der Schwelle oder auch schon kurz vorher kann man mit dem ziehen und gleichzeitig resultierendem flaren beginnen und warten, dass die C42 Geschwindigkeit abbaut. Das tat sie auch und zwar völlig normal.

Der Unterschied ist eben nur, dass ich vorher mit diesen Winglets noch nie unterwegs war. Die Maschine fliegt und fliegt, ich flare und flare, ziehe und ziehe. Die Halbbahnmarkierung lag bereits einige Meter hinter mir, sodass ich mich gedanklich schon ernsthaft mit dem Durchstarten beschäftigt hatte. Denn auch in Oerlinghausen ist die Piste mal zu Ende. Ich habe dann allerdings versucht noch stärker zu ziehen und hatte den Flieger endlich so weit, dass er sich auf sein Hauptfahrwerk setzte.

Eine ganz interessante Erfahrung mal mit Winglets zu fliegen. Die Abrissgeschwindigkeit soll übrigens bei etwas über 40 km/h liegen. Ach und Klaus: Deine Funke ist ganz schön laut :)

An Silvester soll bekanntlich nicht nur gefeiert werden. Man hat meist den ganzen Tag für andere Dinge Zeit. Wenn das Wetter mitspielt – und das hat super mitgespielt – liegt es nahe das Jahr noch mit einigen Flugkilometern abzuschließen. Da ich in Zukunft nicht mehr nur durch die Gegend fliegen werde, sondern von der Flugschule Senne auch als Sicherheits- bzw. Einweisungspilot eingesetzt werde, ging es darum den Breezer mal von der anderen Seite aus zu steuern.

Drei Platzrunden mit Fluglehrer bei schönstem Wetter verhalfen mir einen ersten Eindruck zu bekommen. Es war alles viel einfacher als ich gedacht habe. Ich dachte vorher, dass ich Probleme mit dem Gas bekommen könnte und hatte es mir wesentlich schwieriger vorgestellt den Gashebel mit links zu betätigen. Aber dem war nicht so. Man stellt das Gas vernünftig ein und macht den Rest mit dem Knüppel. Nach drei sauberen Platzrunden haben wir entschieden, dass das alles kein Problem ist.

Danach haben wir noch einen kleinen Ausflug nach Höxter gemacht. Da Gerd mitgeflogen ist, habe ich den Hinflug auch direkt von der rechten Seite aus geflogen. Bei max. 2 oder 3 kt Wind (also gar nichts) war Höxter unproblematisch wie nie. Wenn man auf Höhe des Köterberg im langen Endanflug die Maschine richtig austrimmt, das Gas auf eine passable Position einstellt und die Klappen in der ersten Stufe rastet, kann man sich zurücklehnen und den Breezer quasi “landen lassen”. Der schwebt wie von alleine ganz wunderbar ein. Ein bisschen Seitenruderkorrektur im kurzen Endanflug reicht aus um den Breezer punktgenau über der Schwelle zu platzieren. Nach leichtem ziehen am Knüppel setzt er sich ganz sanft auf sein Hauptfahrwerk und man ist unten.

In Höxter gab es mal wieder einen leckeren Cappuchino bis es später via Paderborn auf etwa 2.000 ft mit rund 220 km/h nach Hause gen EDLO ging. Das war auch mal eine nette Erfahrung. Wir sind ja schließlich nicht irgendwelche Piloten, sondern Sportpiloten. Der Breezer hat so einiges drauf hat und ist nicht umsonst ein Sportflugzeug. Der Breezer ist sicher ein Flugzeug der Königsklasse für welches man beinahe einen Waffenschein benötigt ^^. Es macht wirklich mal Spaß nicht nur gemütlich mit 150 km/h, sondern auch mal mit über 200 km/h unterwegs zu sein. Da merkt man dass man fliegt und auch dass man schnell unterwegs ist :)