Am letzten Samstag war das Wetter endlich mal wieder passabel. Das Flugzeug (Breezer) war gebucht und dem Flug bzw. den Flügen stand nichts im Wege. Dieses mal hatte ich Fluggäste aus Asemissen. Es ging nach dem Vorflugcheck und einigen Fotos pünktlich in die Luft. Das Wetter und die Sicht war hervorragend. Besser konnte es fast gar nicht sein. Mein Fluggast, der sich übrigens auch für die UL-Ausbildung interessiert, war einer der Wenigen, die das eigene Haus schon aus der Ferne und innerhalb weniger Minuten ausfindig machte. Die meisten Fluggäste suchen verzweifelt oder aber sehr lange nach den eigenen vier Wänden. Während des Flugs habe ich alle Fragen zum Flugzeug, zu den Instrumenten, der Start- und Landeprozedur sowie auch zur Ausbildung beantwortet und auch darüber erzählt.
Nach der Landung habe ich dann noch den Sohn des Fluggastes zu einer Platzrunde eingeladen. Die Platzrunde ist in Oerlinghausen etwa 7 Minuten lang. Trotz der kurzen Flugzeit, naja, einen kleinen Abstecher nach Asemissen haben wir uns schon erlaubt, war der Junge begeistert. Auf die Frage ob er denn mal Pilot werden möchte antwortete er allerdings mit “Nö, ich würde gerne Computerprogrammierer werden…”. Aber auch da könnte ich weiterhelfen :)
Später habe ich dann noch eine Runde mit meiner Freundin gedreht. Eigentlich hatte ich vor mal wieder über den Wolken zu fliegen, aber als ich auf etwa 5.000ft angekommen war, hatte ich schätzungsweise immer noch 2.000ft Abstand zu den Wolken. Also habe ich mich dazu entschieden den Transponder nicht einzuschalten und wieder in den Sinkflug Richtung Oerlinghausen (EDLO) zu gehen. Die Landung verlief optimal, der Flugtag war super und ich habe wieder eine weitere Flugerfahrung sammeln können…

In Höxter angekommen haben wir uns stellvertretend für die Flugschule für Rundflüge zur Verfügung gestellt. Der Andrang hielt sich mit 5 Rundflügen zwar in Grenzen, aber man kam wenigstens ein bisschen in die Luft. Der Autogyro wurde einige Male mehr gebucht und war ständig unterwegs. Bei diesem Fluggerät ist es auch nicht unbedingt die Sicht nach unten, sondern viel mehr der Spaß, der absolut im Vordergrund steht. Trotzdem war der Tag in Höxter ein schöner Tag mit vielen neuen Erfahrungen und man merkt, dass man auch bei sehr schlechten Sichtverhältnissen mittlerweile sicher ist, wobei man zugeben muss, dass ohne GPS Unterstützung der VFR Flug von EDLO nach EDVI sehr schwierig und der von EDVI nach EDLO noch schwieriger geworden wäre.
Beim ersten Flug war es wie oben erwähnt noch schön ruhig. Das sollte sich zu Ungunsten meines letzten Fluggasts jedoch im Landeanflug ändern. Der Fluggast hatte etwas weniger Spaß als ich, sodass über Bielefeld die Frage kam ob wir nicht umkehren können :) Ich habe vorsichtshalber die Umdrehungszahl etwas erhöht und bin Pfeilschnell richtung Piste 04 in Oerlinghausen EDLO geflogen, sodass ich den Fluggast nach zwei Verzögerungsvollkreisen im Queranflug, die dem Fluggast übrigens gar nicht gut bekamen, und einer sauberen Landung entlassen konnte. Es war zugegeben etwas turbulenter bzw. thermischer, für uns Piloten aber eigentlich nicht der Rede wert. Für eine Frau anscheinend schon :)
Am gleichen Wochenende war in Oerlinghausen EDLO übrigens das Flugplatzfest, welches massig Besucher und Interessierte angezogen hat. Wir sind jedoch erst ganz am Ende des Festes geflogen um dem Troubel mehr oder weniger ein bisschen aus dem Weg zu gehen. Außerdem hatte sich das Wetter und die Turbulenzen bis zum Abend gebessert. Es war den ganzen Tag über sehr thermisch und relativ windig, zumal der Wind auch noch etwa im 90° Winkel auf die Piste wehte. Am Abend war es aber super :)
Mein nächster Fluggast war da schon etwas schmerzfreier. Zum Brocken in den Harz sollte es gehen. Da war einiges an Thermik unterwegs. Aber mein Fluggast freute sich und sagte: “Da merkt man wenigstens, dass man fliegt…”. Der war total beschäftigt und hat locker 100 Fotos geschossen und mir die komplette Landschaft erklärt. Der kannte sich gut aus. Ich bin jetzt Experte der umliegenden Gebirge, ich weiß genau wie hoch die Berge sind, was der Fluggast am 1. Mai gemacht hat und kenne mich nun wunderbar mit dem Bergbau und seinen Folgen für die Landschaft aus. Nach dem Umkreisen des Brocken sind wir dann wieder auf Kurs von Höxter gegangen und durch die Rückenwindunterstützung mit ganz lockeren 180 km/h GS zurückgeflogen (mit der C42 – 140 km/h TAS). Der war total zufrieden und sagte schon er würde das nochmal machen wollen.
Zwei bis drei mal Schloß Holte umfliegen, dann in Richtung Bielefeld über die Sparrenburg, die Innenstadt, die Schüco-Arena und letztendlich zur Uni Bielefeld. Danach geht es dann wieder gen EDLO, wobei oft noch ein kleiner Abstecher über Schloß Holte gewünscht ist.
Die Landung auf der Piste 14 in EDVI verlief ruhig, lediglich im Anflug wurden wir gut durchgeschüttelt. In Höxter haben wir gerade ein lecker Eis gegessen und beobachteten dabei wie sich eine dicke Regenfront aus Südost näherte. Wir haben beschlossen schnell wieder die Heimreise anzutreten, da wir vor dem Schauer rauskommen wollten. Da sich noch ein anderer Flieger im Anflug befand hieß es von Höxter Info “Delta-Hotel-X-Ray, QNH 1011, Backtrack zur Piste 14 und beschleunigt rollen”.
