Im ersten Teil „Eigenes Flugzeug“ habe ich bereits darüber berichtet, wie der Vorabkontakt zum LSV Worms zustande kam, wie das Telefongespräch lief und, dass wir uns mit einer mehr oder weniger blinden Kaufzusage nebst Besichtigungstermin voneinander verabschiedet haben.

Dann war es endlich so weit. Wir sattelten unser Fahrzeug und fuhren geschlagene 360 km mit dem Auto nach Worms. Es war nicht der schönste Tag zum Fliegen, aber der Wettergott meinte es gut mit uns. Den Probeflügen stand nichts im Wege. In Worms angekommen haben wir schnell die Verantwortlichen gefunden und machten uns direkt auf den Weg zum Vorfeld. Da stand sie. Ganz in weiß. Mit bereits abgenommener Cowling. Wir waren hin und weg, schritten zum Flugzeug, schauten uns viele aber sicherlich nicht alle Details an, machten Fotos und staunten einfach nur über den wirklich guten Zustand des Fliegers. Prinzipiell erschienen fast alle Anwesenden – ausgenommen von uns – etwas traurig. Die FK9 scheint dort auf jeden Fall einen sehr zuverlässigen Dienst geleistet zu haben und viele der dort anwesenden Mitglieder haben sich über die Jahre wohl in das gute Stück verliebt. Wir allerdings auch – auf den ersten Blick :)

Nach dem üblichen Smalltalk und weiteren 20 – 30 Fotos wurden wir dann vom Fluglehrer zum Probeflug eingeladen. Meine Wenigkeit hatte den Vortritt. Wir starteten bei leichtem Wind auf der Nase mit Klappen in Stufe 1 und gut 100 km/h am Staurohr über die Piste 06 in Richtung Nordosten. Wahnsinn, diese Steigleistung. Die hat mich echt ein bisschen beeindruckt. Vor allem deswegen, weil wir uns nahe des MTOW von 472,5 Kilogramm bewegten. Aber die FK ging ab wie Schmidts Katze. Steilkurven, Strömungsabrisse, Langsamflug mit und ohne Klappen, der geringe Verbrauch bei Höchstgeschwindigkeit. Gutmütig und agil gleichzeitig. Unglaublich! Ich war sofort hin und weg von der Kiste und freute mich einfach nur noch über den bevorstehenden Deal.

Wir trimmten die Kiste ein bisschen aus, ließen den Knüppel los. 30 Sekunden, eine Minute, zwei Minuten und es passierte nichts. Der Flieger war weder am Sinken, noch gewann er an Höhe, gierte oder rollte. Er flog, wie auf Schienen. Mit einem breiten Grinsen beobachtete ich dabei die Durchflussanzeige am UL-MIP. Knapp neun Liter bei 4.400 Touren und etwa 175 km/h. Damit lässt es sich gut leben und vor allen Dingen gut von A nach B kommen. Wir schoben das Gas noch etwas weiter rein. 4.800 Touren . Am Stau: satte 210 km/h. Verbrauch? So etwa 11 – 12 Liter pro Stunde. Geil.

Die Landung war für meinen Geschmack dann etwas langsam und dadurch auch schwammig. Ich hätte anstatt der leicht unter 100 km/h Anfluggeschwindigkeit mit Klappen in der ersten Stufe eher 110 km/h gewählt. Aber gut. Geklappt hat es. Ich stieg aus und war echt begeistert. Meine Freundin kam mir mit einem fragenden Gesichtsausdruck entgegen. Der Fliegerdaumen mit einem „Viel Spaß…“ reichte vollkommen aus. Ich konnte es vorerst noch nicht in Worte fassen.

Während meine Freundin zum Probeflug einstieg, schnappte ich mir die Kamera und lief vollkommen fasziniert über das Flugplatzgelände, konnte die Eindrücke noch gar nicht verarbeiten. Ich hatte schon weit über 100 Stunden auf diesem Muster und eigentlich war ich die Flugleistungen von der FK9 gewohnt. Es kam jedoch hinzu, dass dieses Flugzeug nach dem Probeflug mit meiner Freundin uns gehören wird. Unbezahlbar. Wahnsinn. Nicht in Worte zu fassen. Ein eigenes Flugzeug.

Auch meine Freundin landete sicher und war schier begeistert von dem Vogel. Wir wanderten ins Clubhaus, unterhielten uns ein wenig über den Flugplatz, über Vereine, kommerzielle Flugschulen, über das Fliegen eben. Und dann kam er, der Spruch, auf den nicht nur die, sondern auch ich gewartet haben: „Ich glaube, wir sind im Geschäft.“. Der 1. Vorsitzende eilte hinzu, wir gingen die Dokumente noch ein letztes Mal durch und unterzeichneten schließlich den Kaufvertrag. Ein letzter Handschlag besiegelte den Deal und es war geschafft. Wir waren Besitzer eines eigenen Flugzeugs und bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Ab diesem Zeitpunkt lief alles ab, wie im Film. Wir stiegen ins Auto, freuten uns einen Ast ab und gaben richtig Gas, weil Dortmund gerade gegen Bayern München im Finale der Championsleague stand.

Die erste Halbzeit verfolgten wir noch auf der Autobahn über einen englischen Radiosender, die zweite Halbzeit gab es dann im Wohnzimmer. Von dem Spiel habe ich aber wenig bis gar nichts mitbekommen. Es gab hunderte Seiten an Dokumentation durchzublättern. Als eingefleischter Dortmund Fan hätte ich traurig darüber sein müssen, dass Bayern den Pokal am Ende hochhielt. Aber wir hatten ja ein eigenes Flugzeug. Da ist alles andere plötzlich ganz egal!

Eigenes Flugzeug – Teil 1

verfasst am 9. Juli 20135 Kommentare

Seit meiner Pilotenausbildung Anfang 2008 sind Jahre ins Land gegangen. In dieser Zeit hat sich auf der einen Seite einiges, auf der anderen Seite gar nichts getan. Aber erst mal zum Flugzeug. Eigentlich suchte ich, korrigiere: meine mittlerweile ebenfalls vom Fliegervirus infizierte Freundin und ich, eine C42. Einfach zu fliegen, robust, gutmütig, wertbeständig, sowohl für Reisen als auch für die Schulung geeignet. Nach mehr als neun Monaten der verzweifelten Suche, stießen wir auf eine Anzeige des LSV Worms. Eine Fk9 Mark IV, Baujahr 2008, bei einer TBO von 2.000 Stunden erst 1.180 Stunden auf der Uhr, Funk, Transponder, Navigation, schlichtes Design, gepflegt und halbwegs erschwinglich. Naja, halbwegs heißt, dass wir unser eigentlich geplantes Budget um etwa 30% nach oben korrigieren mussten, aber was soll‘s.

Das Problem war, dass die Anzeige bereits satte zwei Monate im Netz stand und wir aufgrund des sehr schnelllebigen Flugzeugmarkts davon ausgingen, dass die Maschine schon vergriffen war. Ohne uns aus erster Hand davon zu überzeugen, schlugen wir uns die Maschine schnell wieder aus dem Kopf, erweiterten die Suche aber gleichzeitig um genau diesen Flugzeugtyp. Unser Ziel war nun also eine C42 oder eine FK9 Mark IV. Das Gute: Wir hatten plötzlich ein höheres Budget. Es tat sich nichts auf dem Flugzeugmarkt. Wir haben uns an diverse Hersteller geklemmt, das Internet durchforstet, hier nachgefragt, da nachgefragt. Aber es war einfach nichts zu machen. Ein letzter Funke Hoffnung blieb jedoch: Ein Gesuch bei ulForum.de.

Gesagt, getan. Ich verfasste ein Gesuch auf ulForum.de, hakte die Chance auf Erfolg bei dieser Art von Suche jedoch gedanklich als sinnlos ab. Meine Freundin hingegen war optimistisch. Und dieser Optimismus bestätigte sich direkt am nächsten Tag durch ein recht gut gefülltes Postfach mit Angeboten. Unter anderem befand sich unter den Angeboten auch ein Hinweis von einem User, der beim LSV Worms fliegt und mir tatsächlich mitteilte, dass genau die oben genannte FK9 Mark IV, die wir eigentlich schon als nicht mehr verfügbar abgehakt hatten, doch noch zum Verkauf steht. Oh Mann, jetzt muss es schnell gehen. Eine private Nachricht jagte die Nächste. Wir waren informationsgeil, wollten alles zu dem Vogel wissen, druckten Fotos aus, waren hin und weg. Ich schrieb eine E-Mail an den LSV Worms. Am nächsten Tag die Antwort: „Ja, die FK9 ist noch zu haben!“. Nach wenigen weiteren E-Mails stand der Telefontermin. Morgen, 20:00 Uhr. Ich notierte mir alles, was mir zu dem Muster einfiel, alles, was ich unbedingt fragen wollte, informierte mich bei einem FK Händler über mögliche Besonderheiten und natürlich auch über den angesetzten Preis. Er sagte nur: „Wie bitte? Die würde ich blind kaufen! Nicht zögern! Kaufen! Der Preis ist der Hammer!“.

Trotzdem haben wir hin und her kalkuliert, hatten aber schon irgendwie ein Dauergrinsen im Gesicht, welches man eigentlich operativ hätte entfernen lassen müssen. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Eine Nacht und ein Tag voller Hoffnung und gleichzeitigem Bangen lag vor uns. Doch dann war es endlich wo weit. 20:00 Uhr. Ich wähle die Nummer des 2. Vorsitzenden… besetzt. Oh Mann, mir ging vor Aufregung echt die Pumpe. Ein bisschen Baldrian wäre nicht schlecht gewesen. Ich wählte erneut… wieder besetzt. Arrrrr… Oh Gott, so aufgeregt war ich schon lange nicht mehr. Nach zwei weiteren Versuchen hörte ich plötzlich ein Freizeichen und daraufhin die nette Stimme des 2. Vorsitzenden des LSV Worms. Endlich. Während des etwa 45-minütigen Gesprächs haben wir über die L-Akte, die Wartung, zurückliegende Reparaturen, durchgeführte LTAs, das Leergewicht, das Rettungsgerät, den Motor, über Öl, bla bla bla und so weiter und so fort geredet. Die Fragen flossen nur so aus mir heraus und die Antworten kamen prompt. Das schaffte Vertrauen. Ich hatte ein gutes Gefühl, zeigte meiner mir gegenüber sitzenden Freundin mehrmals den Fliegerdaumen. Es wurde lockerer und lockerer. Wir sprachen über die Fliegerei, über den Verein, über Schwierigkeiten und die von anderen Vereinen oft fehlende Offenheit gegenüber Neuem (Ja, davon kann ich mittlerweile nicht nur Lieder, sondern ganze Alben singen) und über vieles, vieles mehr. Und dann wurde es nochmal spannend. Zwei weitere Interessenten gab es wohl, die sich jedoch noch nicht wirklich festlegen wollten. In diesem Moment notierte ich mir das Wort „Zusagen“ auf meinen Zettel. Das könnte das Ass im Ärmel sein, welches uns von den anderen Interessenten abheben würde und die Chance auf den Zuschlag erhöhen könnte. Ich erwähnte die Verhandlungsbasis und fragte im gleichen Atemzug: „Können wir denn noch was am Preis drehen?“. Ich war mir eigentlich sicher, dass der Preis feststeht. „Ähm, klar…“, antwortete er. Es folge eine etwa 1,375 Sekunden lange Pause, die mir wie mehrere Minuten vorkam: „so zwei Mille??“, fügte er etwas salopp hinzu! Ich fiel in diesem Moment aus allen Wolken und sagte direkt am Telefon zu, ohne das Flugzeug je gesehen zu haben. Wir vereinbarten noch schnell einen Besichtigungstermin mit Prüfung der Dokumente, der Akten und Probeflug, bedankte mich und beendete danach das Gespräch. Ich legte das Telefon auf den Schreibtisch und sagte: „Ich glaube, wir haben ein Flugzeug!“. Tränen, Freude, Erleichterung, Bier, Sekt. Es passte! Geil! Endlich mal ein Erfolgserlebnis nach den eigentlich durchweg negativen Nachrichten und Rückschlägen in den letzten Jahren. Wahnsinn! Wir waren aus dem Häuschen!

Alles Weitere, wie die Besichtigung des Flugzeugs mit Probeflug und die Übergabe, folgt in Teil 2 :)

Kaum zu glauben, aber wahr. Es scheint im Moment nichts so richtig zu funktionieren, wie es sollte. Die Flugschule, die wir einst geplant haben, darf nirgends eröffnet werden. Damit wir zumindest privat fliegen können, möchten wir jedoch gern ein eigenes Flugzeug kaufen. Seit nunmehr neun Monaten durchstöbern wir jeden Flugzeugmarkt im Internet nach Angeboten. Aber es lässt sich derzeit einfach nichts finden.

Wir sind auf der Suche nach einer gebrauchten C42 B oder einer gebrauchten FK9 Mark IV. Unser Budget hierfür liegt ziemlich genau im mittleren fünfstelligen Bereich, sodass es leider nicht für eine neue, aber für eine gute gebrauchte Maschine reichen sollte. Die Ausstattung hinsichtlich der Avionik ist hierbei zweitrangig. Wir benötigen weder ein vollausgestattetes Glascockpit noch einen künstlichen Horizont, irgendwelche Kreisel oder gar einen Autopiloten. Die Standardinstrumentierung reicht uns völlig aus. Der sogenannten Schnick-Schnack kann gern draußen bleiben.

Was uns wichtig ist, ist, dass der Motor ggf. noch die ein oder andere Stunde offen hat und vielleicht schon ein 8,33 kHz Funkgerät inklusive aktuellem Transponder eingebaut ist. Bei der Motorlaufzeit wären wir mit mindestens 250 offenen Stunden bis TBO vollkommen glücklich. Das Rettungsgerät sollte noch ein paar Jahre in Schuss sein und das Gewicht sollte am besten unter 295 kg liegen. Wenn jemand eine C42 B oder eine FK9 Mark IV innerhalb dieser Werte anzubieten hat, bitte sofort (!) melden. Es kann ja auch sein, dass sich ein C42 B Pilot auf die C42 C verändern möchte und dafür seine C42 B in Zahlung geben will. Auch hier wären wir der richtige Ansprechpartner.

Wir garantieren eine schnelle, flüssige und professionelle Abwicklung und suchen den Flieger am besten zu sofort. Also, wer etwas weiß oder jemanden kennt, der jemanden kennt, würden wir denjenigen auch gern mal kennenlernen ^^

We don’t need no education!

verfasst am 18. Mai 20131 Kommentar

Es ist ruhig geworden um den Flugschüler, der 2008 seine UL-Lizenz gemacht hat, um den Piloten, der ein Jahr nach Lizenzerhalt bereits Theorielehrer war, um den Theorielehrer, der seit Juni 2010 Fluglehrer-Assistent war, um den Fluglehrerassistent, der seit April 2012 DAeC Fluglehrer ist, um den Fluglehrer, der seit 2010 nach einem geeigneten Standort für eine eigene Flugschule sucht. Ich kann Euch nur eins sagen: es liegt nicht an fehlender Motivation oder mangelndem Ehrgeiz, es liegt schlicht und einfach an… Ähm… Naja, wir wissen es auch nicht…

Man sollte sich fragen, ob Vereine heutzutage noch zeitgemäß sind. Die Strukturen sind verhärtet, die Hürden, die man überwinden muss, um einen Fuß in einen Verein oder auf einen vereinsbetriebenen Flugplatz zu setzen, unglaublich hoch. Seit 2012 habe ich Verstärkung an meiner Seite. Meine Freundin ist Marketingprofi und will voll und ganz in die Sache einsteigen. Einige werden Sie besser als JiMa aus ulForum.de kennen. Sie ist diejenige, die mich nochmal dazu motiviert hat, es erneut in der Umgebung zu probieren. Neues Team, neues Konzept, neues Glück. Ich war zuversichtlich. Es sind Jahre ins Land gegangen. Vielleicht ist der ein oder andere Standort jetzt bereit für uns! Mit neuer Euphorie und Motivation zogen wir los und klapperten jeden Flugplatz in einem Umkreis von etwa 70 km ab. Ich anonymisiere mal:

Flugplatz Bielefeld, Flugplatz bla bla bla und wie sie alle heißen. Keiner möchte Standort einer jungen und dynamischen Flugschule werden. Niemand hat scheinbar die Lust auf oder das Vertrauen zu zwei 30-jährigen Unternehmern. Nur eine Chance, es einfach mal probieren, mal etwas Neues wagen. Ist nicht! Wir verstehen derzeit die Welt nicht mehr. Hier in Ostwestfalen-Lippe scheint es schier unmöglich, eine neue Flugschule zu gründen. Es geht nicht. Kein Scherz!

Den nettesten Kontakt – und damit auch namentlich erwähnt – hatten wir eigentlich in Bielefeld. Ein sehr kompetenter Geschäftsführer erklärte uns in einem wirklich vernünftigen Gespräch, dass man in Bielefeld andere Ziele hat, dass es bereits eine Motorflugschule gibt und, dass man sich weitere Flugbewegungen der Anwohner wegen nicht leisten kann. Nach diesem Gespräch dachten wir beide, dass es so völlig in Ordnung ist. Es wurde vernünftig, professionell und verständlich argumentiert und man verabschiedete sich damit, uns einige Tipps zur Unternehmensgründung und alternativen Standorten mit auf den Weg zu geben. Auch, wenn es in Bielefeld leider nicht geklappt hat, müssen wir ein großes Lob und einen herzlichen Dank an den Geschäftsführer richten. Kurze Anfrage, schnelle Reaktion, durchdachte Argumentation. Da sind Profis am Werk.

Das komplette Gegenteil findet man direkt vor der Tür. Luftlinie ca. 5 km in nordöstlicher Richtung. Die Details der Geschichte lasse ich mal weg, weil sie für den Standort sicherlich äußerst peinlich wären und auch kein gutes Licht auf die Geschäftsführung werfen würden. Kennt ihr Fremdschämen? Naja, man kann die Gesamtsituation ganz gut mit dem Begriff „Katastrophe“ zusammenfassen. An diesem Standort wartet man derzeit tatsächlich (kein Scherz!!!) auf einen Menschen, der zwei Millionen Euro auf den Tisch blättert und sagt: „Was kann ich für Euch tun?“. Wir bezweifeln stark, dass sich ein solcher Mensch in diesem Leben mit Hab und Gut auf den Weg dorthin macht. Aber hier und da soll es ja noch Wunder geben. Wir stießen dort nicht etwa auf Argumentationen, wie es in z.B. Bielefeld der Fall war, sondern auf sensationelle Ausreden mit gleichzeitigem Hinhalten. Man will irgendwie nicht, dass wir kommen, wollte gleichzeitig aber auch nicht, dass wir gehen. Man ließ uns sprichwörtlich am langen Arm verhungern. Die gesamte Prozedur dauerte insgesamt neun Monate. Abschließend hört man immer wieder: „In bla bla bla sind wir immer für Gespräche offen!“. Ja, das stimmt. Mehr aber auch nicht.

An einem anderen Flugplatz (Luftlinie etwa 27 km in südöstlicher Richtung) war der Kontakt zwar sehr nett, aber die Argumentation irgendwie – naja – merkwürdig. Auch hier wurden wir mit unserem Konzept beim Geschäftsführer vorstellig. Die meiste Zeit ging dafür drauf, dass er den Vorstand kontaktieren wollte. Aber keine Sorge. Es waren keine neun, sondern lediglich zwei Monate. Als die Zeit endlich mal wieder gekommen war, wurden wir nach gefühlten zwei Minuten abgelehnt. Man hatte plötzlich keinen Platz für ein kleines UL in den großen und leeren Hallen. Ach und außerdem bildet man vereinsintern ja selber auf UL aus. Es wird zwar nirgendwo, weder auf der Internetseite, noch am Flugplatz oder auf den Flyern, erwähnt, aber man macht es. Irgendwie. Und darum ist für uns im wahrsten Sinne des Wortes kein Platz. Schade.

Weiter geht es. 55 km Luftlinie in fast östlicher Richtung. Auch nicht schlecht. Schöner Flugplatz. Nette Leute. Dahin hatten wir immer einen guten Draht. Einer unserer Partner schult dort seit Jahren mit eigener Flugschule. Da wir faire Geschäftsleute sind, gingen wir zuerst auf ihn zu, um unsere Idee von ihm absegnen zu lassen und sein Einverständnis für eine Flugschule neben der seinen einzuholen. Denn, wenn wir eines wollen, ist es die UL-Fliegerei nach vorn zu bringen, nicht aber andere bzw. bestehende Betriebe durch ungewollte Konkurrenz zu vertreiben. Nach dem Einverständnis wandten wir uns an den gerade neu gewählten Vorstand, der trotz Hinweis auf das Gespräch mit unserem Partner einfach sagte, dass es doch schon eine Flugschule gibt. Also entweder hat man unsere Anfrage mit Hinweis auf das Einverständnis der bestehenden Flugschule nicht verstanden, oder, naja, oder… Hmm, wir wissen es nicht. Fazit: wieder nichts…

Den nächsten Flugplatz kann man ruhig mal wieder namentlich erwähnen, da es scheinbar sonst niemand tun würde. Ein Geisterplatz. Ich glaube, da ist weniger los, als in Kassel. Detmold ist nicht erreichbar. Nie! Der Flugplatz scheint zwar irgendwie zu existieren, schließlich findet man ihn auf der Karte, lebende Personen antworten jedoch nicht auf Anfragen. Gar nicht. Also: niente!

Während des letzten ulForum.de Treffen lernten wir auch den Verein und Vorstand eines Platzes, etwa 47 km in nordöstlicher Richtung von hier, kennen. Man muss sagen, dass es sich dort um ausschließlich nette Leute und Flieger handelt, die echt in die Welt passen. Alles sehr harmonisch da oben. Auch dort sprachen wir auf unsere Idee samt Konzept an. Doch auch dort ist nichts zu machen. Interessant war das weitere Vorgehen bzw. der Vorschlag zum weiteren Vorgehen. Eigentlich war es der absurdeste Vorschlag, den ich je in meinem Leben gehört habe. Prinzipiell ein klares „Nein“, nur etwas schwammiger ausgedrückt und komplex verschachtelt. Man sagte uns, dass man erst die vereinsinternen Fluglehrer fragen würde, ob sie eine kommerzielle Flugschule gründen wollen. Wenn sie wollen, dürften sie es machen und wir wären raus, wenn sie nicht wollen, würde alles beim alten Vereinsbetrieb bleiben. Das heißt, egal, wie sich die internen Fluglehrer entscheiden, wir sind so oder so raus! Hä?!? Das haben wir nicht ganz verstanden, aber damit war dieses Fleckchen Erde auch abgehakt.

Wir sind mit unserem Latein echt am Ende. Ich glaube Latein zu lernen wäre einfacher gewesen, als bei dieser ganzen Gründungsmisere den Überblick zu behalten. Wir haben im Umkreis von ca. 70 km alles abgegrast und stehen immer noch ohne Lösung da. Wer also einen Tipp für uns hat, der ist herzlich willkommen, uns diesen per Kommentar oder E-Mail mitzuteilen. Wir würden uns echt freuen, wenn doch noch etwas zu machen wäre. Vielen Dank und ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen :)

ulForum.de Treffen 2012 – Deine Tannkosh Alternative

2010 haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Damals fanden sich ein gutes Duzend Pilotinnen und Piloten ein, um sich auch einmal real auszutauschen. Im letzten Jahr waren es rund 50 ulForum.de-Nutzer, die eingeflogen sind. Bei Würstchen, Fleisch und Bier wurde sogar gemeinsam Musik gemacht. Das ulForum.de verschnauft auch 2012 nicht. Mit mittlerweile 4100 Nutzern wächst es stetig.

Und da Ihr ja mindestens drei Wünsche frei habt, so sagt es jedenfalls das Märchen, wird auch in 2012 ein ulForum.de Treffen stattfinden. Und dieses Mal gibt es sogar einen besonderen Hintergrund. Mit dem Treffen bieten wir Euch Eure Tannkosh Alternative. Die Veranstalter und zahlreichen Helfer rund um das große Fly-in in Tannheim machen eine Pause. Ich weiß, Viele von Euch haben den Termin bereits für 2012 vorgemerkt. Und so lade ich Euch herzlich ein, zum angedachten Tannkosh Termin 2012 am ulForum.de Treffen vom 25. bis 26. August in Bad Pyrmont (EDVW) teilzunehmen und gemeinsam ein großes UL Fly-in zu feiern.

Über Eure Ideen und Vorschläge zu diesem besonderen Ereignis würde ich mich sehr freuen, denn das Programm ist derzeit noch offen. Ihr habt in diesem Jahr die Möglichkeit, dieses Wochenende nach Euren Vorstellungen mitzugestalten. Ich bin gespannt, was wir in diesem Jahr gemeinsam auf die Beine stellen werden!

Wie im letzten Jahr gilt vorerst Folgendes:

Tanken:
Mogas ist vorhanden und notfalls auch an umliegenden Plätzen verfügbar.

Verpflegung:

Für den Abend ist ein gemeinsames Grillen mit Lagerfeuer geplant.

Übernachtung:
Es wird möglich sein auf einer der zahlreichen Wiesen bzw. einem direkt angrenzenden Campingplatz eine Art Zeltlager aufzustellen. Darüber hinaus gibt es in der Nähe auch einige günstige Hotels.

Sanitäranlagen:
Des Weiteren stehen Toiletten, Waschbecken, Duschen, ein Briefing- und Aufenthaltsraum und vieles mehr zur Verfügung.

ACHTUNG: Das ulForum.de Treffen wird in diesem Jahr auf dem Flugplatz Bad Pyrmont (EDVW) stattfinden :)

Am vergangenen Samstag, 20. August 2011, hat am Flugplatz Höxter (EDVI) das 2. offizielle ulForum.de Treffen stattgefunden. Rund 45 Mitglieder fanden sich mit etwa 30 Flugzeugen ein und tauschten sich bei bestem Wetter aus – ob über das eigene Flugzeug, die Halterkonditionen, ausgefallene Technik uvm. Ich selbst bin gegen Mittag in Höxter eingetroffen und habe mich gleich unter das Flugvolk gemischt. Auf meiner Pilgerschaft über das Vorfeld habe ich rund 350 Fotos geschossen. Es gab einfach viel zu sehen! Am Nachmittag gab es dann auch ein Gruppenfoto. Leider fehlen einige Mitglieder, denn diese hatten sich am leckeren Kuchenbuffet festgegessen.

Am frühen Abend versorgte uns der Wirt des Café am Räuschenberg, Andreas Otto, mit leckerem Grillgut und kalten Getränken. Schnell zog es die Piloten jedoch wieder dorthin, wo es für sie am interessantesten ist – direkt an die Flugzeuge. Dort schlugen meiner Erinnerung nach ca. 10 Mitglieder auch ihre Zelte auf. Wobei das ein oder andere Zelt durchaus größer war, als das nebenstehende Flugzeug (@Gorden). Den Ausklang des Abends bereicherte User ColaBear durch musikalische Finessen auf der Gitarre.

Am nächsten Tag gab es, abermals vom Café am Räuschenberg, ein leckeres Frühstück, sodass die angereisten Mitglieder, die teilweise mehr als 400 Kilometer Flugstrecke auf sich genommen hatten, gestärkt gen Heimat starten konnten. Das Treffen war eine wirklich schöne Gelegenheit, viele Mitglieder in entspannter Atmosphäre einmal persönlich kennenzulernen. Das schreit natürlich nach einer Wiederholung im nächsten Jahr! Ich selbst habe durch zahlreiche Gespräche auch Verbesserungsvorschläge der User nach Hause mitgenommen.

An dieser Stelle möchte ich mich für die rege Teilnahme an diesem tollen Tag bedanken. Es zeigt mir, dass es die Forenmitglieder Ernst meinen, und motiviert mich natürlich dazu, das gesamte Projekt weiter aufrecht zu erhalten. Ich hoffe, dass es Euch ebenso gefallen hat. Von den gut 350 Fotos haben es übrigens 134 in die engere Auswahl geschafft. Diese werde ich nun entsprechend anpassen und in den nächsten Tagen für Euch hochladen.

UPDATE:
Die Fotos sind online!

Vielen Dank und viele Grüße
Markus

Aller Anfang ist schwer oder auch: Ein steiniger Weg liegt hinter mir. Im Jahr 2009 habe ich begonnen, die Gründung einer eigenen Ultraleichtflugschule am Flugplatz Oerlinghausen zu planen. Der Standort war ideal für mein Vorhaben. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, darf am Flugplatz Oerlinghausen keine weitere private Flugschule eingerichtet werden. Demnach bestand meine einzige Möglichkeit darin, das Konzept in Kooperation mit der dort ansässigen Segelflugschule zu realisieren. Die selbständige Flugschule sollte als „Abteilung Ultraleicht“ unter dem Dach der Segelflugschule integriert werden. Dank intensiver Vorarbeit und einem gut durchdachten Konzept hätte es eigentlich keine Schwierigkeiten mehr geben dürfen. Ich hatte mich sogar dazu bereit erklärt, die Segelflugschule nicht unerheblich an meinem Umsatz zu beteiligen und damit finanziell den Rücken zu stärken. Letztlich hat dort jedoch scheinbar kein ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit bestanden, denn mit den Worten „das Konzept ist für uns nicht erfolgsversprechend“ wurde das Kooperationsverhältnis seitens der Segelflugschule Oerlinghausen unversehens beendet, bevor es überhaupt operativ begonnen hatte.

Wie dem auch sei. Jetzt ist das Thema für mich abgehakt. Es war an der Zeit die Vergangenheit ruhen zu lassen und wieder nach vorne zu blicken. Zum Glück gibt es andere Flugplätze, Flugplatzbetreiber und Geschäftspartner, die das Konzept als erfolgsversprechend bezeichnen. Auch der DAeC (Deutscher Aero Club) war von Anfang an von meiner Idee überzeugt und hat mich maßgeblich und während der gesamten Planung begleitet und unterstützt. Beim DAeC war das Unverständnis über die Entscheidung aus Oerlinghausen genauso groß wie bei mir. Denn im Grunde hätten die Oerlinghauser nur Gewinn machen können. Es gab keinen Haken. Naja, nun ist es so weit, dass ich mit meinem „Plan B“ endlich wieder etwas Positives verkünden kann. Enge Bekannte und Kunden sind bereits eingeweiht. Alle anderen erfahren die Neuigkeit nun durch diesen Blogbeitrag:
Ich bin mit meinem Flugschulkonzept in eine junge Ultraleichtflugschule am Flugplatz Höxter-Holzminden eingestiegen. Dort verfügen wir über insgesamt drei FK9 Mark IV jüngsten Baujahrs und schulen als Zweitmuster auf der C42 der Firma Comco Ikarus. Weiter befindet sich dort auch die Entwicklung der FK9 mit Smart Dieselmotor, sodass wir prinzipiell zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Darüber hinaus können wir bei Bedarf auch einen recht neuen Breezer zur Verfügung stellen.

Unsere Flugzeuge sind hochverfügbar, vollkaskoversichert und professionell gewartet. Gerade die Vollkaskoversicherung findet man an Flugschulen und Charterunternehmen im Umkreis sonst nur selten. Ein weiterer Vorteil unserer Flugschule ist, dass wir aufgrund sehr hoher Nachfrage und damit weit über 400 Flugstunden pro Jahr und Maschine, vergleichsweise günstige Preise anbieten können. Das Gute daran ist, dass wir aufgrund sehr hoher Nachfrage und damit weit über 400 Flugstunden pro Jahr und Maschine, vergleichsweise günstige Preise anbieten können. In der Regel sind wir sogar günstiger als die umliegende Konkurrenz. Die Flugstunde kostet inkl. Lehrer und Treibstoff 119,00 Euro, die Charterstunde gibt es inkl. Treibstoff ab 95,00 Euro (Beispiel FK9 Mark IV). Fairerweise rechnen wir darüber hinaus nur die reine Flugzeit ab. Das heißt, die Zeit läuft erst dann, wenn das Flugzeug eine Geschwindigkeit von mindestens 50 km/h auf dem „Tacho“ hat. Bei den meisten Flugschulen in der Umgebung ist das nicht der Fall. Dort läuft der Stundenzähler oft schon dann, wenn der Hauptschalter der Batterie umgelegt wird, spätestens aber, wenn der Motor warmläuft. Sofern ein Schüler pro Saison mehr als 36 Flugstunden absolviert, können wir, dank unseres Vielfliegermodells und nach individueller Absprache, je nach Auftragsvolumen auch deutlich mit dem Preis entgegenkommen.

Da wir am damaligen Standort Oerlinghausen schon einige Kunden akquirieren konnten, bieten wir den Schülern selbstverständlich an, auch in Zukunft ihre Ausbildung bei uns zu absolvieren. Dafür haben wir einen Abholservice mit in unser Programm genommen. Für die Flugschüler bedeutet das, dass wir diese bei einer Buchung von mindestens zwei Flugstunden (mit Lehrer) kostenlos von der jeweiligen Homebase im Umkreis von rund 50 Kilometern abholen. Das ist aber noch nicht alles. Auf Anfrage bringen wir ihnen auch das jeweils gecharterte Flugzeug an den Heimatplatz. Dadurch kann man, wie gewohnt, von „zu Hause“ aus losfliegen. Lästige Fahrerei gehört damit der Vergangenheit an.

Wer mag, darf sich gerne auf unserer Homepage der Ultraleichtflugschule Höxter umsehen, uns persönlich am Flugplatz Höxter-Holzminden besuchen oder uns eine E-Mail schreiben. Natürlich findet ihr auch unsere Telefonnummern auf der neuen Homepage. Wir hoffen, dass es Euch gefällt und würden uns sehr über den einen oder anderen Interessenten freuen. Wir sehen und hören uns sicherlich bald in der Luft oder an der Ultraleichtflugschule am Flugplatz Höxter-Holzminden.

ulForum.de hat sich zu der Community der Ultraleichtfliegerei entwickelt. Weit über 3.000 angemeldete Piloten und mehr als eine Viertel Millionen eindeutige Zugriffe verzeichnen wir pro Monat. Das seit 2008 bestehende Forum hat sich damit in der Szene etabliert und zählt zu einer der wichtigsten Informationsquellen zum Thema Ultraleichtfliegen im Internet. Leider haben Webseiten den Nachteil, dass man sich lediglich auf virtueller Basis treffen kann. Schnell keimte bei den Usern der Wunsch auf, ein reales Treffen zu veranstalten. Im Letzten Jahr, zwei Jahre nach der Gründung des Forums, fand das erste ulForum.de Treffen im Zuge des Flugtages in Höxter statt. Die positiven Rückmeldungen veranlassen uns natürlich dazu, das Ganze zu wiederholen.

Aus diesem Grund möchte ich Euch erneut einladen:

2. offizielles ulForum.de Treffen

am Samstag, den 20. August 2011

auf dem Flugplatz Höxter-Holzminden (EDVI)

In diesem Jahr werden wir mehr oder weniger für uns sein und auch die Möglichkeit haben die Flugzeuge der anderen User zu bestaunen. Der Flugtag in Höxter ist nämlich schon am 2. und 3. Juli 2011. Es wird darüber hinaus sogar die Möglichkeit geben zu Zelten und die Sanitäranlagen (Dusche, WC) zu nutzen. Für den Abend ist ein gemütliches Zusammensitzen mit Umtrunk und Fleisch vom Grill geplant. Details sollten wir im Forum besprechen. Den passenden Thread findet ihr hier.

Tanken:
Mogas ist vorhanden und notfalls auch an umliegenden Plätzen verfügbar.

Verpflegung:
Für den Abend ist ein gemeinsames Grillen geplant. Tagsüber kann natürlich auf den wirklich herausragenden Service des Café am Räuschenberg (Flugplatzrestaurant) zurückgegriffen werden. Es wird sicherlich niemand verhungern oder verdursten müssen.

Übernachtung:
Es wird möglich sein auf einer der zahlreichen Wiesen eine Art Zeltlager aufzustellen. Darüber hinaus gibt es in Höxter auch einige günstige Hotels. Ich kann das Stadthotel Höxter sehr empfehlen.

Sanitäranlagen:
Im Aero-Club (das Clubheim am Flugplatz Höxter-Holzminden) gibt es Toiletten, Waschbecken, Duschen, einen Briefing und Aufenthaltsraum und vieles mehr. Weiter kann das Wetter im Vorbereitungsraum am Flugplatz abgeholt und zur Flugplanung genutzt werden.

Um den Umfang in etwa abschätzen zu können, wäre es nett, wenn ihr Euch kurz im entsprechenden Forenthread meldet und Bescheid gebt, ob ihr dabei seid und ob Interesse daran besteht mitzugrillen und evtl. sogar über Nacht zu bleiben.

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen und Ideen.

Am 2. und 3. Juli ist es wieder so weit. Auf dem Flugplatz Höxter-Holzminden werden tausende Gäste erwartet, die dem Treiben auf dem Vorfeld zusehen. Es sind, wie schon beim 1. vereinseigenen FLUGTAG, wieder viele Attraktionen geplant, die sich sehen lassen können. Die Gäste werden Kunsflüge bestaunen können, haben die Möglichkeit an Rundflüge in den verschiedensten Flugzeugen teilzunehmen oder können sich auf der Terasse des Café am Räuschenberg mit leckerem Kuchen, Kaffee und vielen weiteren Köstlichkeiten verwöhnen lassen.

Das Programm für die zwei Tage ist überaus vielfältig und interessant. Hier mal ein Auszug der Fluggeräte: YAK-52, YAK 55, Antonov AN-2, VIP-Helicopter Ecureuil AS 350 B2, Doppeldecker, EXTRA 330SC, UL-FLYIN, Motorschirme, Großmodelle und Gyrocopter. Darüber hinaus gibt es wieder eine Bundeswehr-Ausstellung, einen Fahrradsimulator des AutoClub Europa und ein großes Familienprogramm. Weiter wird eine Oldtimer-Sternfahrt veranstaltet, bei welcher mehr als 70 Fahrzeuge aus den Baujahren 1934 bis 1980 zu bestaunen sein werden.

Wie ihr alle wisst, war oder bin ich dabei eine eigene Ultraleicht Flugschule auf die Beine zu stellen. Ich habe ziemlich lange dafür geplant, den DAeC mit ins Boot geholt und wollte wirklich alles richtig machen. Sogar eine eigene Website (siehe Link oben) habe ich ins Internet gestellt. Diese startete mit einem Gewinnspiel, durch welches man einen von zwei Schnupperflüge gewinnen konnte. Kalkuliert war die Flugschule vorerst nebenberuflich mit etwa fünf Flugschülern pro Jahr. Das ganze sollte in Oerlinghausen unter dem Dach der Segelflugschule Oerlinghausen eingebettet werden. Die Kooperation sollte eine Win-Win-Situation für beide Parteien herstellen. Im Nachhinein bleibt wohl zu sagen, dass man im Vorhinein den Begriff „Win-Win-Situation“ für beide Parteien hätte klar definieren sollen, sodass man sich über ein und dasselbe unterhält.

Der erste Vorschlag aus dem Hause der Segelflugschule Oerlinghausen hätte für mich geschäftlichen Suizid bedeutet. Es war unter dem Strich so, dass ich vor allem durch die Franchisegebühr so immense Kosten zu decken gehabt hätte, dass ich rein rechnerisch fünf Euro zu jeder Charterstunde und zehn Euro zu jeder Lehrerstunde hätte zusteuern müssen, um mit dem Preis konkurrenzfähig zu bleiben. Die Preise waren von meiner Warte aus ohnehin an die der Konkurrenz angelehnt, da ich weder Schwierigkeiten noch einen Preiskampf anzetteln wollte, sondern lediglich den Flugschülerüberschuss mit meiner Flugschule in Oerlinghausen auffangen wollte. Das war eine Sache, die ich in meinem Konzept immer sehr deutlich betont habe. Ich wollte den Markt nicht zerstören, sondern ergänzen und damit bereichern. Dass das nicht geht, wenn ich selbst als Lehrer draufzahlen muss, sobald ein Flugschüler in mein Flugzeug einsteigt, ist klar, wie Kloßbrühe. Nach der Aussage, ich solle doch einfach 140 anstatt 119 Euro für eine Lehrerstunde nehmen, sah ich mich gezwungen die geplante Kooperation vorzeitig zu beenden.

Daraufhin wurden die Verantwortlichen aus Oerlinghausen offen für ein Angebot auf Basis einer Umsatzbeteiligung. Ich solle mir Gedanken machen. Das habe ich. Zwei Wochen lang. Ich habe ein neues Konzept erstellt und bin mit meiner Rechnung so weit an das eigene Limit gegangen, dass sich das Angebot für mich gerade noch gelohnt hätte, gleichzeitig für die Segelflugschule Oerlinghausen aber äußerst attraktiv bleibt. Was am Ende dabei herausgekommen war, ist ja kein Geheimnis. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte von mir eine Provision bzw. Franchisegebühr in Höhe von 7,5 % bekommen und wäre gleichzeitig zu 99 % vom operativem UL Geschäft entbunden worden. Das ein oder andere Formular hätte hier und da sicherlich Mal gegengezeichnet werden müssen. Klar! Das ist allerdings Arbeit, die nun wirklich nicht weiter ins Gewicht fällt und locker mit dem Tagesgeschäft hätte abgedeckt werden können. Wer weiß, was eine solche Pilotenausbildung in etwa kostet, kann sich bei 7,5 % Beteiligung den Betrag von ca. 450 Euro pro Flugschüler selbst zusammendichten. Wie gesagt, hätte ich alles selbst organisiert: Papierkram, Theorieunterricht, praktischer Unterricht, Terminabsprachen, Website, Akquise, Marketing, Vercharterung, Wartung, Versicherung, ich habe sogar den eigenen Flieger mitgebracht und hätte die Unterstellung bezahlt, etc.. Die Segelflugschule Oerlinghausen hätte nicht einmal Kapital einbringen müssen. Als ich die E-Mail mit diesem Vorschlag in Absprache mit dem DAeC gen Oerlinghausen schickte, war für mich klar, dass „die“ das Angebot gar nicht ausschlagen können. Man stelle sich nur mal vor, die Schule etabliert sich in drei bis fünf Jahren insoweit, dass man 25 Schüler pro Jahr, mit weiteren Lehrern evtl. sogar bis zu 40 Schüler pro Jahr durch die Ausbildung gebracht hätte. Für die Segelflugschule Oerlinghausen hätte das geheißen, dass man satte 11.250 Euro respektive 18.000 Euro Einnahmen aus dem Bereich Franchising zu verbuchen hätte. Einfach so. Quasi ohne etwas dafür tun zu müssen. Naja, obwohl ich fest mit einer Zusage gerechnet hatte, wunderte es mich irgendwie nicht, als die Absage mit den Worten, dass die Umsetzung einer UL Flugschule mit diesem Konzept  „für uns nicht erfolgsversprechend“ sei, eintrudelte.

Auf der einen Seite konnte ich es kaum glauben, dass man eine solch potentielle Geldquelle, die null finanziellen Einsatz und null geschäftliches Risiko für die Segelflugschule Oerlinghausen und/oder den Flugplatz Oerlinghausen bedeutet hätte, einfach mal ablehnt. Es ist ja nicht unbekannt, dass der Flugplatz Oerlinghausen auf Subventionen angewiesen ist und Unterstützung von der Stadt Oerlinghausen, sowie vom Land Nordrhein-Westfalen beansprucht. Wer zahlt das? Richtig, der Steuerzahler :) Meines Erachtens nach sollten die scheinbar schlafenden Politiker, vor allem aber die Stadtverwaltung Oerlinghausen und der Kreis Lippe eine solch willkürliche Entscheidung etwas genauer unter die Lupe nehmen, wobei ich mir 100%ig sicher bin, dass die nicht einmal Bescheid wissen. Naja, noch nicht. Der Gelackmeierte bin am Ende nicht nur ich, sondern prinzipiell alle diejenigen, die Steuern zahlen. Im regionalen Wahlkampf tönen die Parteien lautstark mit Aussagen, wie z.B.: „Wir wollen Jungunternehmer fördern!“, „Wir wollen etwas für den Tourismus im Kreis Lippe tun!“ oder „Wir wollen den Wirtschaftsstandort Lippe fördern!“ herum. Und dann? Was passiert? Nichts! Der Jungunternehmer, der sich mit seiner geplanten Flugschule und einem modernen Konzept, welches sich tatsächlich von denen der anderen unterscheidet, in der Wirtschaftsregion Lippe niederlassen will, bekommt eine Abfuhr, die ihresgleichen sucht. Man nimmt lieber Steuergelder in Anspruch, als aus eigener Kasse wirtschaften zu können.

Auf der anderen Seite konnte ich es schon glauben, da ich gerade in der Fliegerei sehr viele kuriose Dinge und auch komische Ansichten kennengelernt habe bzw. kennenlernen musste. Die Leute, die ich persönlich kennengelernt habe und auf die man sich in der Fliegerei verlassen kann, zähle ich heute, nach drei Jahren Flugerfahrung und einem Jahr davon als Fluglehrer, an einer Hand ab. Und da bleiben sogar noch Finger übrig. Dem einen passt es nicht, mit welchen Leuten man geschäftlich verkehrt, andere beschweren sich darüber, dass man offene Diskussionen im Ultraleicht Forum führt, obwohl diese ohnehin täglich an jeder Ecke geführt werden. Klar, auf dem Flugplatz diskutiert man natürlich mit vorgehaltener Hand, da man keinem ans Bein pinkeln will und umgekehrt auch eine trockene Hose behalten möchte. Worum es aber geht und wie es tatsächlich in der Fliegerei – vor allem in der UL Branche – aussieht, wissen auch die Verbände nur zu gut. Die leben sprichwörtlich ja auch nicht hinter’m Mond. Arbeitet man nicht zusammen, was auch heißt, dass man offen über die Probleme sprechen sollte, wird es nie eine Lösungen geben. Meine Devise war hinsichtlich dessen immer: Karten offen auf den Tisch und Butter bei die Fische!

Scheinbar kommt man genau mit diesem Motto nicht weit. Man muss seine eigene Suppe kochen. Würde mich heute jemand fragen, ob ich das Ganze, was ich in letzter Zeit in Richtung Fliegerei getan habe, nochmal machen würde, müsste ich es ganz klar verneinen. Ich wüsste derzeit nicht, was, vom reinen Fliegen als solches mal abgesehen, in der Fliegerei einen Mehrwert in punkto Freizeit und/oder Lebenqualität bringen würde. Und ich glaube, dass das der angeblich fehlende Nachwuchs, genauso sieht. Man hört die alten Hasen (hiermit will ich sicher nicht alle über einen Kamm scheren) an jeder Ecke darüber mosern, dass der Nachwuchs ausbleibe. Man wundert sich, was man denn noch alles tun soll, um die Jugend für die Fliegerei zu begeistern. Die Vereine haben damit Grund genug, um um die eigene Existenz zu bangen. Das ganze muss aber nicht zwangsläufig am fehlenden Nachwuchs liegen. Viel mehr liegt das Problem meiner Ansicht nach in den teilweise veralteten Strukturen, in welche der Nachwuchs nicht reinpasst. OK, genau genommen passt er rein. Man will aber irgendwie nicht, dass er reinpasst. Man will das Zepter scheinbar nicht aus der Hand geben. Was früher war, soll auch so bleiben. Veränderung? Nein Danke! Meine Erfahrungen diesbezüglich fingen schon damals in der Ausbildung an…

Während meiner Ausbildung wurde ich im Jahr 2008 bei einem meiner Solo-Streckenflüge am Flugplatz Osnabrück ganz besonders nett begrüßt, weil ich angeblich mit voller Absicht den Propellerstrahl in Richtung der Hallen gestellt hätte, obwohl ich die ganze Zeit auf der gelben Linie auf dem Taxiway parallel zu den Hallen unterwegs war. Bei dem Versuch zu erklären, dass ich doch regelkonform der Linien entlang gerollt sei, winkte man ab und murmelte sich einen zurecht. Die Betreuung über Funk (der etwas ältere Mann saß im Turm) gab es für den Abflug natürlich auch nicht mehr. Ich solle mir die Piste und den Wind doch bitte selber aussuchen. Nochmal zur Erinnerung: Ich war zu der Zeit Flugschüler und hatte das bei Kontaktaufnahme auch so mitgeteilt. Darüber hinaus könnte ich aus dem Stehgreif locker ein Dutzend weitere Stories mit oft dummen Bemerkungen besserwissender Kameraden erzählen. Es gab wirklich vieles, bei dem man völlig unverständlich angeeckt ist, weil sein Gegenüber scheinbar mit dem linken Fuß aufgestanden ist. Versucht man sich zu rechtfertigen, wird man als frech und respektlos bezeichnet, obwohl man eigentlich ganz klar im Recht ist. Aktuell ist es so, dass ich als junger Typ (ja, man darf mich als Nachwuchs bezeichnen) eine Flugschule gründen will, die scheinbar niemand haben will. Ich habe tatsächlich bei x Plätzen im Umkreis von 75 Kilometern nach der Möglichkeit bzgl. der Gründung einer Flugschule gefragt. Nicht ein einziger Platz (!), mal ausgenommen von Oerlinghausen, hatte ernsthaftes Interesse an meinem Konzept oder überhaupt der Beantwortung meiner Anfrage. Man wollte nicht einmal einen Blick in das wirklich vielversprechende Konzept werfen. Man wurde einfach mit Desinteresse und teilweise argumentfreien Ausreden abgelehnt.

Ich muss daher ganz ehrlich sagen: Wer nicht will, der hat schon und sollte sich daher auch nicht beschweren. Die „alten Hasen“ haben es selber in der Hand. Sie sind in der Position der Entscheider und wundern sich immer noch über den fehlenden Nachwuchs, der meiner Meinung nach eigentlich da ist, schlichtweg aber keine Lust auf einen solchen Empfang hat. Daher kann ich diesen „Uns fehlt der Nachwuchs“ Kram eigentlich nicht mehr hören. Wer nicht offen für Veränderungen, Bewegung und Neues ist, immernoch wert auf hunderte Jahre alte Tugenden setzt und nicht mit dem Zahn der Zeit geht, der wird auf seinem Flugplatz oder in seinem Verein unweigerlich ein großes Problem damit bekommen, Jugendliche zu akquirieren. Begeistern braucht man die nämlich nicht von der Fliegerei. Eine scheinbar fehlende Faszination am Fliegen gibt es nicht. Faszination ist ohne Zweifel da! Auch bei der Jugend! Auch bei mir! Ich bin sicherlich ein tolles Beispiel für diese Diskussion. Ich zähle mich auf der einen Seite zu 100 % zum Nachwuchs der Fliegerei. Ich habe auf der anderen Seite aber sicherlich auch alles in die Wege geleitet, um den Voraussetzungen für einen Einstieg mitzubringen. Ich komme mit fertigem Konzept, welches für den Franchisegeber kein Risiko und keine Investitionspflicht beinhaltet und werde als „nicht erfolgsversprechend“ abgelehnt. Und wie geht es weiter? Aus Sicht der alten Hasen wundert man sich sicherlich schon wieder darüber, wo denn nun der Nachwuchs ist. Ja, wo ist er denn?

Er geht nach Höxter. Da das ganze in Oerlinghausen leider scheitern musste, werden mein Partner und ich ein ähnliches Konzept in Höxter umsetzen. Wie das en detail aussehen soll, bleibt noch zu besprechen. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir eine Art Pendlerangebot in das Konzept einbinden werden. Das heißt, dass wir zu unseren Schülern kommen und nicht umgekehrt. Demnach sind auch die bereits verlosten Schnupperflüge, sowie die bereits verkauften Rundflüge nicht in Gefahr. Diese bleiben selbstverständlich bestehen und werden bzw. können auch ganz normal ab Oerlinghausen durchgeführt werden. Alles weitere erfahrt ihr in Kürze auf diesem Blog.